Treibsand

Meditation nach Jacques Prévert: Sables mouvants Rother Baron: Treibsand nach Jacques Prévert: Sables mouvants Engel und Dämonen Winde und Gezeiten gleiten in flimmernder Ferne deine schlafumschlungnen Augen ins Meer gefallene Sterne Engel und Dämonen Winde und Gezeiten im Treibsand sich kräuselnder Laken deine traumbetupften Augen unsichtbar kreisende Kraken Engel und Dämonen Winde und Gezeiten ein […]

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November

Eine Meditation mit Bildern und Musik November Lautlos klagen die Nebelweiber im Astwerk deines Lebens. Längst sind die Traumfrüchte abgefallen. Angenagt zerfallen sie auf dem Grund des Zeitsees.   Ermattet streift dein Blick durch den Kreuzgang der Zweige. Und du begreifst: Was du für einen Strauß von Wegen hieltest, ist in Wahrheit nur ein Spinnennetz. […]

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Friedhofstraum II

Selten hast du eine größere Erleichterung empfunden als an diesem Abend, als du nach dem langen Irrweg durch das Labyrinth des Waldes im Tal die Lichter der Stadt aufblinken sahst. Endlich warst du am Ziel angelangt, endlich würdest du dein Haupt zur Ruhe betten können. Beim Durchschreiten der Stadttore wunderst du dich allerdings, wie still […]

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Oktober am Meer

Zwischen den Dünen rupft der Wind an den Blüten des Mais. Die Wellen schrein wie brechendes Eis im brennenden Hauch des Hünen. Unstete Schimmel jäh durchspringen das zuckende Licht. Gewaltig lacht des Herbstes Gesicht sich durch die verwirrten Himmel. Tief aus der Brandung heimwärts hebt sich ein schweigender Schwan. Und manchmal schenkt des Fliehenden Bahn […]

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Ilona Lay: Religion

Gebete wie ein Kind das droht aufschluchzend dunkle Bittgesänge Arme züngeln infrarot schwebt ein Guru durch die Menge der Himmel klaffend stahlumringt Steinplatten auf des Grabes Gräsern Pendel das durch Nacht sich schwingt klirrt ein Geist in alten Gläsern der Abend eines Raubtiers Wildern grinst ein Traum in stummen Bildern und Geheimnisse gerinnen Mönche flüstern […]

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Wintermorgen

Über Hügeln zart und leise bricht ein Strahl der Nacht Gewand, segnet – eine stumme Weise – glitzernd das entschlafne Land. Schweigt die Welt, die Vögel bangen, Rehe gehn – du hörst sie kaum –, und an Zweig und Halmen hangen Blumen wie ein ferner Traum. Wie erhaben ruhn die Wälder, wie besänftigt liegt der […]

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Silvester

Sterbendes Jahr, vielleicht der Schrei von einem erschöpften Drachen Nüstern fauchen von Nächten schwer die Zeit ein neugebor’nes Meer und Helden die gläubig den Tag entfachen. Sterbendes Jahr, vielleicht der Schrei von Vögeln die frei entfliegen Wiesen breiten ein Perlentuch die Zeit ein aufgeschlag’nes Buch und Möwen die lachend im Sturm sich wiegen. Sterbendes Jahr, […]

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Aufgang der Venus

Sie macht sich so schüchtern zum Fluge bereit, ein Funke des Lichts, das im Dunkeln gedeiht. Sie hofft auf kein Morgen und blickt auf kein Jetzt, entsprießt einem Reich, das kein Zeitschwert verletzt. Wie leise sie fleht um die Liebe der Welt, ein zitterndes Kind, das der Winter umstellt. Wie stumm sie erstickt in der […]

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Natur

Meine Braut Ein geflügeltes Pferd ist meine Braut. Ihre Mähne, glänzend von silbrigem Tang, umflackert sie fledermaushaft, wenn mit dem Sturmwind sie tanzt. Eine trächtige Kuh ist meine Braut. Ihre Augen, zwei blühende Krater, weisen den Weg zu den fruchtbarsten Weiden, zu Gärten mit Früchten, nektarschwer, und zu verborgenen Quellen, himmelsklar. Jeden umarmt sie, meine […]

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Der Krieg

Die Stadt ein pochendes Geschwür aufbrechend der Kultur Korsett erhebt sich Kain aus seinem Bett Verrat keimt hinter jeder Tür   die Augen blendend stirbt das Wort ein Schuss im Dunkeln peitscht die Flut die Herzen schlagend: Blut! Blut! und Münder klaffend: Mord! Mord!   Vulkan der aufplatzt kreißt der Schlund ein roter Hengst entsteigt […]

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