Ilona Lay: Der Marienkäfer

Und als es Winter wurde, kam er durch des Fensters Spalt herein und annektierte ohne Scham die Blumentöpfe als sein Heim. Seitdem dreht er den ganzen Tag beflissne Runden um sein Heim und blickt – weil er den Inhalt mag – auch oft ins Zuckerglas hinein. Denn während er noch fliegen kann, sind seine Opfer […]

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Antikriegsgedichte von Jacques Prévert

Zeitlebens hat Jacques Prévert sich gegen eine Art von Religionsausübung gewandt, bei der die Religion dazu genutzt wird, die Menschen zur blinden Unterordnung unter Autoritäten anzuhalten. Besonders hart geht er mit dem ideologischen Einsatz der Religion dort ins Gericht, wo damit der Krieg legitimiert wird. Nicht nur habe man den Soldaten in den Schützengräben stets […]

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Der Poet mit dem Kinderblick

Kindheit und Schule in der Dichtung Jacques Préverts Bei einem Blick auf die Biographie des am 4. Februar 1900 in Neuilly-sur-Seine geborenen und am 11. April 1977 in Omonville-la-Petite verstorbenen Jacques Prévert wäre manch einer wohl geneigt zu sagen, dass diesem Autor das Dichten nicht gerade in die Wiege gelegt worden ist. Sein Vater musste […]

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Treibsand

Meditation nach Jacques Prévert: Sables mouvants Rother Baron: Treibsand nach Jacques Prévert: Sables mouvants Engel und Dämonen Winde und Gezeiten gleiten in flimmernder Ferne deine schlafumschlungnen Augen ins Meer gefallene Sterne Engel und Dämonen Winde und Gezeiten im Treibsand sich kräuselnder Laken deine traumbetupften Augen unsichtbar kreisende Kraken Engel und Dämonen Winde und Gezeiten ein […]

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November

Eine Meditation mit Bildern und Musik © Dieter Hoffmann (Rother Baron) Musik: Gabriel Fauré (1845-1924): Elegie Op. 24. Aus dem Archiv des Isabella Stewart Gardner Museum, Boston. Cello: Narek Hakhnazaryan. Piano: Noreen Polera Filmerstellung: Ilka Hoffmann Fotos:        1. Zacharias da Mata:  Foggy woods (fotolia) Icephotography: Spooky forest in Transylvania (fotolia) Petra Bosse: Fallobst (im […]

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Wintermorgen

Über Hügeln zart und leise bricht ein Strahl der Nacht Gewand, segnet – eine stumme Weise – glitzernd das entschlafne Land. Schweigt die Welt, die Vögel bangen, Rehe gehn – du hörst sie kaum –, und an Zweig und Halmen hangen Blumen wie ein ferner Traum. Wie erhaben ruhn die Wälder, wie besänftigt liegt der […]

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Silvester

Sterbendes Jahr, vielleicht der Schrei von einem erschöpften Drachen Nüstern fauchen von Nächten schwer die Zeit ein neugebor’nes Meer und Helden die gläubig den Tag entfachen. Sterbendes Jahr, vielleicht der Schrei von Vögeln die frei entfliegen Wiesen breiten ein Perlentuch die Zeit ein aufgeschlag’nes Buch und Möwen die lachend im Sturm sich wiegen. Sterbendes Jahr, […]

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Allerheiligen

Die Bäume befrein sich zum Himmel nun bald, Kristalle umhülln den verbrandenden Wald. Vergänglichkeit taut zu verborgenem Sinn, und Menschen spazieren besänftigt darin.   Ein Nachen stößt sacht an den irdischen Strand, und Frieden strömt aus auf das schlafende Land. Am Abend durchtanzen das zitternde Licht die Flügel, aus denen ein Weiseres spricht.     […]

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Tiere

Des Schlachthofs Rachen ein Verrat sauber sirrend Fließbandwaffen ein Schrei ein Ahnen jäh ein Straffen Blut spuckend brav ein Automat Rotoren richten monoton ein Netz das Meer aus schwarzem Sand Scheinwerfer lauern unerkannt Hochsitze wie ein Götterthron die Folter forschend zelebriert stumpf ein Leben an der Leine würgend Gift und Schutzgebärden doch nie von Menschenhand […]

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Nachdichtung: Promenade sentimentale von Paul Verlaine

Nebliger Weg Der Abend sandte sein letztes, schleichendes Licht, und im Winde wiegten sich Seerosen bleich; die leuchteten hell zwischen Schilfgräsern dicht, leuchteten traurig über dem schweigenden Teich. Durchs Labyrinth der Weiden schweift‘ ich, verwaist in heillosem Schmerz, den der Nebel gebar, der aus den Wassern aufstieg, ein Geist, wehklagend schrill wie der Enten Schar, […]

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