Ilona Lay: Der Marienkäfer

Und als es Winter wurde, kam er durch des Fensters Spalt herein und annektierte ohne Scham die Blumentöpfe als sein Heim. Seitdem dreht er den ganzen Tag beflissne Runden um sein Heim und blickt – weil er den Inhalt mag – auch oft ins Zuckerglas hinein. Denn während er noch fliegen kann, sind seine Opfer […]

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Kapitalismus- und Kirchenkritik in den Gedichten Jacques Préverts

Die kapitalismuskritischen Elemente im Werk Préverts haben ihre Wurzeln in seiner Zusammenarbeit mit der Groupe Octobre. Dabei handelte es sich um eine den Kommunisten nahe stehende Theatergruppe, die streikende Arbeiter mit Auftritten vor Ort in ihrem Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Entlohnung unterstützte. Von den Texten, die Prévert zwischen 1932 und 1936, dem Auflösungsjahr […]

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Der Poet mit dem Kinderblick

Kindheit und Schule in der Dichtung Jacques Préverts Bei einem Blick auf die Biographie des am 4. Februar 1900 in Neuilly-sur-Seine geborenen und am 11. April 1977 in Omonville-la-Petite verstorbenen Jacques Prévert wäre manch einer wohl geneigt zu sagen, dass diesem Autor das Dichten nicht gerade in die Wiege gelegt worden ist. Sein Vater musste […]

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Treibsand

Meditation nach Jacques Prévert: Sables mouvants Rother Baron: Treibsand nach Jacques Prévert: Sables mouvants Engel und Dämonen Winde und Gezeiten gleiten in flimmernder Ferne deine schlafumschlungnen Augen ins Meer gefallene Sterne Engel und Dämonen Winde und Gezeiten im Treibsand sich kräuselnder Laken deine traumbetupften Augen unsichtbar kreisende Kraken Engel und Dämonen Winde und Gezeiten ein […]

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November

Eine Meditation mit Bildern und Musik © Dieter Hoffmann (Rother Baron) Musik: Gabriel Fauré (1845-1924): Elegie Op. 24. Aus dem Archiv des Isabella Stewart Gardner Museum, Boston. Cello: Narek Hakhnazaryan. Piano: Noreen Polera Filmerstellung: Ilka Hoffmann Fotos:        1. Zacharias da Mata:  Foggy woods (fotolia) Icephotography: Spooky forest in Transylvania (fotolia) Petra Bosse: Fallobst (im […]

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Friedhofstraum II

Selten hast du eine größere Erleichterung empfunden als an diesem Abend, als du nach dem langen Irrweg durch das Labyrinth des Waldes im Tal die Lichter der Stadt aufblinken sahst. Endlich warst du am Ziel angelangt, endlich würdest du dein Haupt zur Ruhe betten können. Beim Durchschreiten der Stadttore wunderst du dich allerdings, wie still […]

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Oktober am Meer

Zwischen den Dünen rupft der Wind an den Blüten des Mais. Die Wellen schrein wie brechendes Eis im brennenden Hauch des Hünen. Unstete Schimmel jäh durchspringen das zuckende Licht. Gewaltig lacht des Herbstes Gesicht sich durch die verwirrten Himmel. Tief aus der Brandung heimwärts hebt sich ein schweigender Schwan. Und manchmal schenkt des Fliehenden Bahn […]

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Ilona Lay: Religion

Gebete wie ein Kind das droht aufschluchzend dunkle Bittgesänge Arme züngeln infrarot schwebt ein Guru durch die Menge der Himmel klaffend stahlumringt Steinplatten auf des Grabes Gräsern Pendel das durch Nacht sich schwingt klirrt ein Geist in alten Gläsern der Abend eines Raubtiers Wildern grinst ein Traum in stummen Bildern und Geheimnisse gerinnen Mönche flüstern […]

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Gewitter

Vollkommene, unheimliche Stille. Dann, fast eine Erlösung, das erste Donnergrollen. Ein weiteres Donnern, dann noch eines, ein jedes wie der Widerhall des ersten, und doch aus einem eigenen Schlund aufstoßend, von eigenen Taltrichtern verstärkt. Und ein jedes gefolgt von einer eigenen Armee von Flammenschwertern. Fauchend kreuzen sie ihre Klingen auf dem höllenschwarzen Feld des Himmels. […]

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Wintermorgen

Über Hügeln zart und leise bricht ein Strahl der Nacht Gewand, segnet – eine stumme Weise – glitzernd das entschlafne Land. Schweigt die Welt, die Vögel bangen, Rehe gehn – du hörst sie kaum –, und an Zweig und Halmen hangen Blumen wie ein ferner Traum. Wie erhaben ruhn die Wälder, wie besänftigt liegt der […]

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