Die Ukrainische Apokalypse als PDF und Ebook / The Ukrainian Apocalypse as PDF and Ebook

Textsammlung ab sofort frei verfügbar / Text collection now freely available

English Edition

Zum Abschluss der aktuellen literarischen Reise auf LiteraturPlanet gibt es ab heute alle bisher veröffentlichten und noch einige weitere Texte der Ukrainischen Apokalypse als PDF und Ebook.

„Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass der Krieg mir nicht gleichgültig sein möge,
dass mein Herz nicht leer und einsam sein möge
und ich mich nicht verliere
in einer verlorenen Welt.“

Diese Worte finden sich – in anderer Anordnung – in León Giecos schönem Lied Sólo le pido a Dios, mit dem wir Anfang des Jahres auf dem Literaturplaneten unserer Hoffnung auf Frieden Ausdruck verliehen haben. Nur wenige Wochen später erscheint diese Hoffnung wie ein ferner, unerfüllbarer Traum.
Dennoch ist – auch und gerade in Kriegszeiten – die Kernaussage des Liedes von ungebrochener Bedeutung: Das Wichtigste von allem ist, sich nicht abstumpfen zu lassen; nicht gleichgültig zu werden gegen das Leid, so sehr es auch alltäglich zu werden scheint, so routiniert es auch in den Nachrichten präsentiert wird.
Das ist gar nicht so einfach und so selbstverständlich, wie es zunächst klingt. Wir sind nun einmal nicht dafür geschaffen, permanent Leid zu empfinden. Jeder lebende Organismus strebt nach Lust, nach dem Triumph des Lebendigen, der Feier des Seins. Das Carpe Diem ist uns näher als das Memento Mori.
Dies ist normal und bis zu einem gewissen Grad auch notwendig. Ohne Spaß am Leben ist auf Dauer kein Überleben möglich. Problematisch wird es allerdings, wenn das eigene Streben nach unbeschwertem Frohsinn auf Kosten anderer geht; wenn es nur möglich ist, indem wir das Leiden anderer ausblenden.
Die Texte der Ukrainischen Apokalypse wollen, so gesehen, ein Gegenmittel gegen die Abstumpfung sein. Entstanden sind sie als eine Art literarische Entsetzensschreie, als Reaktion auf die immer neuen Meldungen über das Grauen in der Ukraine. Sie sind der Versuch, das Unfassbare in Worte zu fassen.
Auf diese Weise erhält das Unfassbare – einerseits – eine Gestalt. Es wird anschaubar und so eher der Reflexion und dadurch auch einem darauf aufbauenden Handeln zugänglich. Andererseits behält es aber auch seine Unfassbarkeit. Der Umgang mit ihm wird dadurch nicht zur Routine, sondern ist weiter von jenem Entsetzen getragen, das jeder Anschlag auf ein fremdes Leben bei uns spontan auslöst.
Die Texte sind mittlerweile zu einem kleinen Büchlein angewachsen, das wir heute als PDF und Ebook veröffentlichen. Eine Analogausgabe folgt im Laufe des Monats.

Die Ukrainische Apokalypse

Softcover

ISBN: 978-3-9821340-8-6

9,80€

Verlagsbestellung

(innerhalb Deutschlands versandkostenfrei)

Post zu León Gieco: Die Gleichgültigkeit als Feindin des Friedens. León Giecos argentinisches Friedenslied Sólo le pido a Dios (Das Einzige, worum ich Gott bitte)

Unsere nächste literarische Reise startet voraussichtlich in vier Wochen. Sie wird uns in den deutschen Reichstag führen, wo wir mit einer russischen Putzfrau den Mord an einem deutschen Politiker aufklären werden.

Viktor Vasnetsov (1848 – 1926): Angel hurling bolts of lightning in the Apocalypse; sketch for a painting in the Vladimir Cathedral in Kiev (Kyiv); 1887 (Wikimedia Commons)

English Version

The Ukrainian Apocalypse as PDF and Ebook

To conclude the current literary journey on Planet Literature, all the texts published so far on the Ukrainian Apokalypse and a few more are now available as a PDF and an ebook.

The only thing I ask of God
is that I may not be indifferent to war,
that my heart may not be empty and lonely
and I don’t get lost
in a lost world.“

These words can be found – in a different arrangement – in León Gieco’s beautiful song Sólo le pido a Dios, with which we expressed our hope for peace at the beginning of the year on Planet Literature. Only a few weeks later, this hope seems like a distant, unattainable dream.
Nevertheless – even and especially in times of war – the core message of the song is of undiminished importance: the most crucial thing of all is to avoid emotional blunting, not to become indifferent to suffering, no matter how ordinary it seems to become, no matter how routinely it is presented in the news.
This is not as obvious as it sounds at first. After all, we are not created for permanent suffering. Every living organism strives for pleasure, for the triumph of the living, the celebration of life. Carpe Diem is closer to us than Memento Mori.
This is normal and, to a certain extent, necessary. Without enjoying life, survival is not possible in the long run. However, this becomes problematic when our own striving for carefree cheerfulness is realised at the expense of others; when it is only possible by ignoring the suffering of others.
Seen in this light, the texts of the Ukrainian Apocalypse want to be an antidote to numbing. They were written as a kind of literary cry of horror, as a reaction to the ever new reports about the atrocities in Ukraine. They are an attempt to find an expression for what cannot be expressed in words.
In this way, the inconceivable – on the one hand – takes on a form. It becomes tangible and is thus more accessible to reflection and to action based on it. On the other hand, it also retains its incomprehensibility. Dealing with it hence does not become routine, but continues to be borne by the horror that every attack on the life of a fellow human being spontaneously arouses in us.
In the meantime, the texts have grown into a small booklet, which we are publishing today as a PDF and an ebook. An analogue edition will follow later this month.

Indifference as the Enemy of Peace: León Gieco’s Argentine Peace Song Sólo le pido a Dios (The Only Thing I Ask of God)

Our next literary journey will probably start in four weeks. It will take us to the German parliament, the Reichstag, where we will accompany a Russian cleaning lady in solving the murder of a German politician.

Titelbild /Title Image: George Frederic Watts (1817 – 1904): Die apokalyptischen Reiter. Der Reiter auf dem fahlen Pferd / The Four Horsemen of the Apocalypse: The Rider on the Pale Horse; ca. 1878); Walker Art Gallery (Wikimedia Commons)

5 Antworten auf „Die Ukrainische Apokalypse als PDF und Ebook / The Ukrainian Apocalypse as PDF and Ebook

  1. Pingback: Neues aus der analogen Welt / News from the Analogue World – LiteraturPlanet

  2. Pingback: Der Bombenhagel als Rechenspiel – rotherbaron

  3. Enja

    Hab mir das Buch gekauft. Es war völlig anders als erwartet. Zuerst habe ich es mal wieder weggelegt. Man muss sich auf diese ganz andere Schreibweise erstmal einlassen. Zulassen, dass es was ganz „Anderes“ ist. Nachher habe ich es nicht mehr aus der Hand gelegt. es hat mich aufgewühlt. Von Abwehr, Mitgefühl, Zustimmung, Schrecken …. war jedes Gefühl vorhanden.

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