Stéphane Mallarmé: Soupir („Seufzer“)

1866 schrieben Schüler an die Tafel eines Gymnasiums im südfranzösischen Tournon die Worte: „Je suis hanté. L’Azur! L’Azur! L’Azur! L’Azur!“ („Ich werde verfolgt. Der Azur! …“) Es war der Schlussvers eines Gedichts von Stéphane Mallarmé, das kurz zuvor in einer Anthologie veröffentlicht worden war. Die auf den ersten Blick befremdlich wirkenden Worte lösten an der […]

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Stéphane Mallarmé: Apparition („Erscheinung“)

Der französische Dichter Stéphane Mallarmé (1842 – 1898) war in späteren Jahren eine Art Dichterfürst. Von den Besuchern seines literarischen Salons in Paris wurde er ehrerbietig als „Maître“ tituliert. Aber: Mallarmé war auch einmal jung. Jung und verliebt. Seine Beziehung zu der sieben Jahre älteren Christine Marie Gerhard trägt alle Züge romantischer Leidenschaft. Als Mallarmé […]

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Paul Verlaine: Promenade Sentimentale (Nebliger Weg)

In Ergänzung zum letzten Post auf diesem Blog, in dem es um Paul Verlaines Kaspar-Hauser-Dichtung ging, servieren wir zum heutigen Sonntag ein weiteres Verlaine-Gedicht. In seiner herbstlichen Stimmung passt es ganz gut zu dem aufziehenden trüben Novemberwetter. Als kleines Filmchen präsentiert, kann es den Herbst-Blues vielleicht auf eine kontemplativere Ebene heben. Angesichts der zentralen Bedeutung, […]

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Paul Verlaines Kaspar-Hauser Dichtung

Ein Gedicht über den Käfig des eigenen Lebens Paul Verlaine persönlich kennenzulernen, wäre wahrscheinlich nicht sehr reizvoll gewesen. Nach allem, was wir über ihn wissen, war er ein äußerst launischer, impulsiver Mensch, der immer wieder bis zum Exzess soff und unter Alkoholeinfluss zudem ausgesprochen gewalttätig wurde. Seine Gedichte freilich sprechen eine andere Sprache. Sie zeichnen […]

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Robert de Souza:Die Stadt der Zukunft (La cité future)

Im letzten Teil der kleinen Reihe über  Robert de Souza steht heute ein Aspekt von dessen Schaffen im Vordergrund, den man nicht unbedingt mit einem Dichter – zumal mit einem symbolistischen – assoziieren würde: sein Engagement für eine lebenswerte Stadt. Aus der Perspektive des Künstlers selbst war dieses Engagement allerdings durchaus folgerichtig. Denn de Souzas […]

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Robert de Souza: Die Weide (Le saule)

Mit einer Einführung in Robert de Souzas Gedichtzyklus Du trouble au calme (überarbeitete Fassung mit Analyse und Nachdichtungen) Wie bereits angekündigt, folgt hier ein weiteres Gedicht des französischen Autors Robert de Souza mit deutscher Übertragung. Wie Le sommeil des cygnes (Der Schlaf der Schwäne), zu dem wir zuletzt ein kleines Filmchen gepostet haben, entstammt Le […]

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Charles Baudelaire: Spleen (Schwermut)

English Version Baudelaires epochalen Gedichtband Les fleurs du mal kennen wir im deutschsprachigen Raum vor allem als Die Blumen des Bösen. Die Bedeutung von „le mal“ ist jedoch wesentlich komplexer. So ist „le mal du pays“ das Heimweh, und wer „mal au cœur“ hat, dem ist übel. Die „kränklichen Blumen“, die Baudelaire in der Widmung […]

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Charles Baudelaire: Le revenant (Der Wiedergänger)

English Version Charles Baudelaires bahnbrechender, zuerst 1857 erschienener Gedichtband Les fleurs du mal ist im deutschsprachigen Raum, trotz anderweitiger Übersetzungsmöglichkeiten, vor allem als Die Blumen des Bösen bekannt. Dafür gibt es gute Gründe. So wird etwa in dem Gedicht Abel et Caïn Kain dazu aufgefordert, sein Werk zu vollenden und Gott „aus dem Himmel zu […]

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Charles Baudelaire: Tristesses de la lune (Mondmelancholie)

Edgar Allan Poe war eine feste Bezugsgröße für Charles Baudelaire. Als Poe-Übersetzer war er auch bestens mit den dichtungstheoretischen Überlegungen dieses Autors, in dem er einen Seelenverwandten erkannte, vertraut. Zustimmend zitiert er etwa aus dessen Vorwort zu dem Prosagedicht Eureka (1848), das Poe jenen gewidmet hat, die „in die Träume als in ihre einzigen Wirklichkeiten […]

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