Ilona Lay: Vorstadttag

Dieser Gedichtszyklus besteht aus Sonetten zum Thema Alltag in einer tristen Vorstadt. Aus dem Lyrikband Versunken von Ilona Lay. I. Morgen Der Morgen über jähen Trümmern schnellt herab des Lichtes Schwert wärmelos des Tages Herd ein Kuss wie ein verborgnes Wimmern kreischt ein Zug in dunklen Schächten weltlos Mauern aus Papier zuckend ein gefangnes Tier […]

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Zacharias Mbizo: Glücklose Heimkehr

Der Tote, der den Mord an sich aufklärte. Im Wartesaal des Todes sitzend, beschleicht Achmet Ahmedis das Gefühl, zu früh aus der Welt abberufen worden zu sein. So stellt er bei der zuständigen Stelle einen Antrag auf Abberufungsüberprüfung. Tatsächlich wird ihm daraufhin das Recht zugestanden, für einen begrenzten Zeitraum in die Welt zurückzukehren. Leider entwickeln […]

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Ilona Lay: Im Garten

Die Dämm’rung wie ein scheues Pferd und Bäume, die gelassen warten, Hyazinthen, die beschwert von Düften sich ins Dunkel biegen im Garten, in dem alten Garten, als des Festes Stimmen schwiegen. Das Mondlicht wie ein weiches Tor und Bäche auf verschwiegnen Fahrten, Grillen, die in scheuem Chor sich regen in des Nebels Spielen im Garten, […]

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Sommernächte

Dies ist die Zeit, da ein Verwandeln sehnsuchtsweit die duftbestickten Wege säumt, da Lerchensang sich wie befreit durch die verliebten Auen träumt. Dies ist die Zeit, da aus des Waldes tiefem Traum versunkene Gestalten treten, da in den aufgebrochnen Raum die Mönche selbstvergessen beten. Dies ist die Zeit, da auf dem mondgepflügten Teich der Schwan […]

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Schneller

Das Auto, das ich kürzlich kaufte, eilt, als ob ein Sturm es taufte. Mein Auto – stark wie hundert Stuten – spart mir täglich neun Minuten, trägt mich durch die müde Meute. Stetig wächst die reiche Beute an Minuten, ja: an Stunden, und ich will zum Jahr sie runden. Doch ist dies alles problematisch. Nämlich […]

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Fremd

Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, stellte ich mich zu den anderen Fahrgästen ans Fenster, die dort nach vertrauten Gesichtern Ausschau hielten. Ich wusste zwar, dass eigentlich niemand Zeit hatte, mich abzuholen, aber irgendwie hoffte ich doch, in dem Ameisenhaufen da draußen ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Es war jedoch niemand da, den ich […]

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Edgar Fuhrmann: Hauptbahnhof – Erzählungen

Obdachlose feiern Weihnachten in der Bahnhofsmission, ein Arbeitsloser fährt weiter jeden Tag zu seiner alten Arbeitsstätte, ein abgewiesener Asylbewerber irrt über den Bahnhof. Menschen am Rande der Gesellschaft stehen im Zentrum der hier vorgelegten Erzählungen. Der Bahnhof, pulsierendes Zentrum modernen Lebens, ist ihr Zuhause, ohne dass sie dort zu Hause wären. Die Erzählungen eröffnen neue […]

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Der Morgen

Weiß wallende Mähne des Morgens sieh‘ zwischen seidig flatterndem Haar auffunkeln Erinnerungen ziehen vorbei goldene Inseln im flüchtigen Strom zerfließenden Marmors. Fernwehtrunkenes Zaumzeug der Hügel lautlos zerfließt das Gefieder der Nacht besänftigte Sehnsucht und Düfte sternentrunken ein heimliches Lied einatmet das Herz. Monddurchflossenes Segel der Frühe heim weht der Spinnennetzreigen der Feen schwerelos webt das […]

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Ilona Lay: Versunken – Gedichte

Der Gedichtband unterteilt sich in größtenteils idyllische Lieder, überwiegend zeitkritische Sonette, philosophisch-reflexive Hymnen und Oden sowie unmittelbar gesellschaftskritische Spottgedichte. „Der eigentliche Schutz gegen die Vereinnahmung der schönen Worte für unschöne Zwecke liegt wohl in dem Nebeneinander reiner Idyllen und in sich selbst dissonanter Verse, die das Grauen der Wirklichkeit in sich aufnehmen. Der Traum vom […]

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