Leise Flammen

Das Licht des Spätsommers hat etwas Janusköpfiges: Es erzählt sowohl vom untergehenden Sommer als auch vom nahenden Herbst; von Verfall und Verlust ebenso wie von Ernte und der ewigen Wiederkehr des Lebendigen.

Leise Flammen

Ein Wintergruß, umrahmt den August Gewölk,
senkt sich herab und wandelt zum Traum den Tag.
Mit Krähen schreien blind die Winde,
ruhelos richtend den Sinn der Welten.

Aufschreckend weicht das Sein der erzürnten Schar,
die wie im Fieber zerrt an der Birke Kleid
und rauscht um ihren scheuen Wipfel,
schrill zu zersingen des Sommers Hymne.

Doch lautlos tun inmitten des haltlosen Flugs
sich des Septembers bergende Tore auf,
und eine goldne Brücke streckt sich
sanft zu dem weichenden Hauch des Lebens.

Englische Version auf Planet Literature

Bild: Adalbert Stifter (1805–1868): Wolkenstudie; circa 1840, Österreichische Galerie Belvedere (Wikimedia Commons)

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