Ilona Lay: Oktober am Meer

Die ersten Herbststürme bringen die Wellen zum Fauchen. Fröstelnd blickst du einem Schwan hinterher, der seine Flügel wie zu einem stillen Segensgruß über das zerwühlte Meer des Lebens breitet.

Oktober am Meer

Zwischen den Dünen
rupft der Wind an den Blüten des Mais.
Die Wellen schrein wie brechendes Eis
im brennenden Hauch des Hünen.

Unstete Schimmel
jäh durchspringen das zuckende Licht.
Gewaltig lacht des Herbstes Gesicht
sich durch die verwirrten Himmel.

Tief aus der Brandung
heimwärts hebt sich ein schweigender Schwan.
Und manchmal schenkt des Fliehenden Bahn
dem Meer eines Flügels Landung.

Englische Nachdichtung (mit Vertonung)

Bild: Gustave Courbet (1819 -1877): Herbstliches Meer (1867); Kunstmuseum Ohara/Kurashiki (Japan); Wikimedia  commons

Eine Antwort auf „Ilona Lay: Oktober am Meer“

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