Die isländische Band Mammút und ihr Song Glædur („Die Glut“)

Island: Brodelnde Vulkane, grollende Fluten … Die Naturgewalten geben dem Menschen hier sehr deutlich das Gefühl, dass er von ihnen nur geduldet ist. Ein beiläufiges Zucken mit ihrem Rücken, und er ist aus der Welt gefegt.

Ein solches apokalyptisches Zucken kann ganz ohne unser Zutun erfolgen, einfach so, aus einer Laune der Natur heraus. Manchmal sind wir es aber auch, die die Naturgeister in ihrem harmonischen Ineinanderschwingen stören und sie so gegen uns aufbringen.

Diese Stimmungslage greift die isländische Band Mammút in ihrem Song Glædur („Die Glut“) auf. Die Band hat sich 2003 zunächst als Trio gegründet – und zwar unter dem Namen ROK, wobei alle drei Bandmitglieder weiblich waren. Zeitgleich mit der ein Jahr später erfolgten Umbenennung in Mammút erweiterte sich die Band um zwei männliche Mitglieder.

Die mehrfach bei den Icelandic Music Awards ausgezeichnete Band bewegt sich musikalisch zwischen Elektro-Pop sowie Alternative und Psychedelic Rock. Neben einigen wilderen und tanzbaren Stücken hat die Band auch ein paar kontemplativere Songs eingespielt

Zu Letzteren zählt auch der Song Glædur. Der kryptische Text des Liedes wird etwas verständlicher, wenn man sich den dazugehörigen Videoclip anschaut. Dieser legt nahe, dass die Glut hier mit der Gischt, die alles verzehrende Kraft des Feuers mit der nicht minder zerstörerischen Kraft des Meeres assoziiert wird.

Mammút: Glædur

aus: Komdu til mín svarta systir (2013)

Live

Liedtext mit spanischer Übersetzung

Sinngemäße Übertragung:

Die Glut

Meine salzigen Funken,
eine brennende Geißel für deine Stirn,
dein lasterhaftes Blut,
stechen in dein Gesicht.

Lass deinen Atem in mich zurückströmen,
Herr, gib mir die Macht, zu rächen,
lass meinen Atem die Luft entzünden,
lass mich den Ort verbrennen,
an dem wir gelebt haben.

Lass deinen Atem in mich zurückströmen,
Herr, gib mir die Macht, zu rächen.
Freudig werde ich, die Verräterin,
in der Stadt mein Lager aufschlagen
und Jahr um Jahr in deinem Rücken weiterbrennen.

 

 

Mehr zu Musik aus Island: RB: Island: Punk und raunende Elfen

 

Bild: Johannes Plenio: Kirkjufell, Island (Pixabay)

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