Ilona Lay: Krieg

Der Krieg – das bedeutet wahlloses, technisiertes Töten anderer zur Durchsetzung von Interessen, die noch nicht einmal mit denen der Tötenden übereinstimmen müssen. Das ist im Grunde unvorstellbar. Es ist aber bis heute ein Teil unserer Realität.

Krieg

Die Stadt ein pochendes Geschwür
aufbrechend der Kultur Korsett
erhebt sich Kain aus seinem Bett
Verrat keimt hinter jeder Tür

die Augen blendend stirbt das Wort
ein Schuss im Dunkeln peitscht die Flut
die Herzen schlagend: Blut! Blut!
und Münder klaffend: Mord! Mord!

Vulkan der aufplatzt kreißt der Schlund
ein roter Hengst entsteigt der Gruft
Orkane kalben unerkannt

des Bruders aufgeriss’ner Mund
der Mensch ein Feuer das verpufft
und Mütter ein verwaister Strand

Englische Nachdichtung

Englische Vertonung:

Bild: Wasily Wereshchagin (1842 – 1904): Apotheose des Krieges (1871); Moskau, Tretjakow Galerie

Eine Antwort auf „Ilona Lay: Krieg“

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