Die Diskussionen über eine „Pädagogik vom Kinde aus“ reichen bis ins vorletzte Jahrhundert zurück. Dennoch folgt Unterricht bis heute oft eher dem Prinzip eines leistungsorientierten Ausleseverfahrens, bei dem sensiblere Naturen auf der Strecke bleiben.
Der Schulversager
Umringt von gähnenden Uhren,
duckt er sich durch das Labyrinth des Morgens.
Sein Mund gefriert im Hagelsturm der Fragen,
wie wirre Hilferufe kritzeln seine Finger
Buchstabenfragmente in sein Heft.
Umkreist von der Kometenschar der anderen,
zieht er seine Bahnen durch den Schulhofkosmos,
verloren in dem Dunkel einer fremden Galaxie.
Er läuft sich wund an einer unsichtbaren Wand,
sein Talweg ist erfüllt von dünner Gipfelluft.
Gefangen im Gleichschritt der Stunden,
kämpft er sich durch den Dschungel der Lektionen.
Und im Dickicht der gedrängten Stoffe verfolgen ihn
das Funkeln vorwurfsvoller Blicke, das Spottgetuschel
und das unerbittliche Richtschwert der Noten.
Englische Nachdichtung auf Planet Literature
Bild: Harold Copping (1863 – 1932): Der Schulversager; Bournemouth, Russell-Cotes Art Gallery & Museum (Wikimedia commons)
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