Lieder und Tänze des Todes / Songs and Dances of Death

Ein Liederzyklus von Modest Mussorgski nach Gedichten von Arseni Golenischtschew-Kutusow / A Song Cycle by Modest Mussorgsky after Poems by Arseny Golenishchev-Kutuzov

Teil 1: Der Feldherr / Part 1: The Field Marshal

English Version

Eines der Stücke aus dem Zyklus Lieder und Tänze des Todes des russischen Komponisten Modest Mussorgski (1839 – 1881) entwirft eine apokalyptische Vision des Krieges. Das dürfte nicht unbedingt nach dem Geschmack des heutigen Herrn im Kreml sein.

Der Feldherr

Es tobt die Schlacht, die Rüstung glänzt,
gierig heult das Waffenmeer.
Soldaten eilen, Pferde stürzen
in einen Lavasee aus Blut.

Der Mittag brennt, die Kämpfe lodern.
Und selbst den blassen Sonnenuntergang
erhellt das Feuer der Gefechte,
von blindem Wüten angefacht.

Endlich sinkt der Sternenmantel auf das Feld.
Da schluckt den Schlachtenspuk die Nacht,
alles verstummt – ein letztes Stöhnen nur
steigt rau empor in den dunklen Dunst.

Im Lorbeerkranz des Mondes reitet
die Todesgöttin auf das Feld.
Weiß glänzt ihr Knochenkleid
im fahlen Schein des nächtlichen Gefährten.

Ein Feldherr nach siegreicher Schlacht,
so reitet stolz sie um das Feld,
andächtig stummen Schreien
und lautlosen Gebeten lauschend.

Oben auf dem Hügel hält sie inne,
sieht sich um – und lächelt.
Dann erhebt sie ihre schicksalsschwere Stimme
über der Ebene des Blutes:

„Vorbei ist die Schlacht – und die Siegerin bin ich!
Alle habt ihr kämpfend euch vor mir verneigt.
Das Leben hat euch entzweit – ich habe euch versöhnt.
Wohlan, ihr toten Streiter, reiht euch friedlich vor mir auf!

Feierlich sollt ihr an mir vorbeimarschieren,
auf dass ich meine Heere zählen kann.
Dann mögen in der weichen Erde
eure Knochen sich vom Lebenskampf erholen.

Jahr um Jahr wird hinziehn über euch,
entschwinden wird das Andenken an euch –
ich aber werde nicht vergessen! Ewig werde ich
zur Mitternacht ein Fest auf euren Knochen feiern!

Tanzen will ich auf der feuchten Erde!
Niemals sollen den Schatten der Gräber
eure Gebeine verlassen! Ewig sollt ihr
als mein Gefolge in der Erde ruhen!“

Модест Мусоргский (Modest Mussorgski) / Арсений Голенищев-Кутузов (Arseni Golenischtschew-Kutusow): Полководец (Polkowodjets); 1875 (Gedicht) und 1877 (Lied)

In der Gedichtfassung (Торжество смерти / Torzhestvo smerti – Der Triumph / Die Feier des Todes) stehen statt der ersten beiden Strophen des Liedes die folgenden Verse am Anfang:

Den ganzen Tag ein wüstes Kämpfen.
Das Sonnenlicht verschwimmt im Schlachtendunst,
von Staub und Stöhnen ist die Luft erfüllt,
von allen Hügeln hallt es wider. Niemand siegt.

Aufnahme des Liedes mit Galina Wischnewskaja (Галина Вишневская; Gesang) und Mstislaw Rostropowitsch (Мстислав Ростропович; Klavier); Paris, 20. Januar 1970:

Ein russischer Totentanz

Die einzelnen Lieder des Zyklus

Aufbau des Gedichts Der Feldherr

Funktion der Musik in dem Lied

Über Interpretin und Pianist

Links

Ein russischer Totentanz

Der Zyklus Lieder und Tänze des Todes des russischen Komponisten Modest Mussorgski (1839 – 1881) besteht aus vier Liedern, von denen die ersten drei 1875 und das vierte 1877 entstanden sind. Die Texte stammen von Mussorgkis Dichterfreund Arseni Golenischtschew-Kutusow (1848 – 1913).

Alle Lieder bezeugen die uneingeschränkte Macht des Todes. Der Titel ist erst nach dem Tod des Komponisten entstanden. Mussorgski selbst fasste die Lieder unter dem Begriff „Totentanzlieder“ zusammen. Sie wurden erst 1962, nach einer Bearbeitung durch Dmitri Schostakowitsch, uraufgeführt.
Analog den mittelalterlichen Totentänzen kleidet der Tod sich in den Liedern auf makabre Weise in die Gestalt der Lebenden. Seine überfallartige, heimtückisch wirkende Kraft und die Amoralität, die sich aus der Abwesenheit jeder Unterscheidung zwischen seinen Opfern ergibt, treten so besonders drastisch vor Augen.
Wichtig ist dabei, dass „Tod“ im Russischen weiblich ist – weshalb Mussorgski den Zyklus zeitweise auch schlicht „Sie“ nennen wollte. Auf diese Weise wird die schmerzhafte Dissonanz zwischen Todesrealität und treu sorgenden, helfenden Gestalten – als deren makabre Karikatur der Tod erscheint – noch unmittelbarer deutlich.

Die einzelnen Lieder des Zyklus

Im einleitenden Stück (Колыбельная/Kolybelnaja – Wiegenlied) singt der Tod einem sterbenden Kind ein Wiegenlied. In einem Duett mit dem Tod versucht die Mutter vergeblich, den Tod von seinem unheilvollen Gesang abzuhalten.
Im zweiten Lied (Серенада/Serenada – Ständchen) schlüpft der Tod in die Gestalt eines Ritters, der einer fieberkranken jungen Frau Rettung verspricht. Diese Rettung aber ist – in den Armen des Todes – natürlich ihr Ende.
Im dritten Lied des Zyklus – Trepak – fordert der Tod einen müden Bauersmann, der sich bei einem Schneesturm im Wald verirrt hat, zum Tanzen auf. Als er davon müde wird, richtet der Tod ihm im Schnee ein Bett aus Flockendaunen her.
Das abschließende Stück des Zyklus (Полководец/Polkowodjets – Der Feldherr) zeigt den Tod als siegreichen Feldherrn nach einer Schlacht: Er ist der eigentliche Gewinner, ganz egal, welcher weltliche Heerführer sich nach dem Kampf zum Sieger erklärt. Und wie ein Feldherr – so lässt sich schlussfolgern – reitet er auch durch die Geschichte und löscht immer neue Völker und Kulturen aus.

Aufbau des Gedichts Der Feldherr

Der Text malt zunächst die Schlacht selbst in düsteren Farben aus. Das Kampfgeschehen wird dabei bewusst unpersönlich geschildert. Im Vordergrund stehen nicht die einzelnen Soldaten, sondern die Welle der Gewalt, von der sie mitgerissen werden.
Eben hieraus ergibt sich konsequenterweise auch der Auftritt des Todes – als des eigentlichen Herrschers über das Geschehen. Ihm haben alle Kämpfenden gleichermaßen gedient, ganz egal, welche Uniform sie getragen haben.


So lobt er – bzw., berücksichtigt man das weibliche Genus von „Tod“ im Russischen, sie – auch die Soldaten dafür, dass sie sich kämpfend vor ihm/ihr verneigt hätten. Als Folge ihres Tuns müssen sie ihrem Gebieter, der seine neuen Armeen befriedigt vor sich aufmarschieren lässt, bis in alle Ewigkeit dienen.
Wie in den anderen Liedern des Zyklus ergibt sich die besondere Wirkung der Todesgestalt auch hier wieder daraus, dass sie Humanität nachäfft. Denn der Tod bzw. die Todesgöttin sichert den Gefallenen genau das zu, was ihnen von ihren Mitmenschen verwehrt wird: dass sie nicht vergessen werden.
Was in der Welt der Lebenden mit der Erinnerung an die konkreten Menschen verbunden wäre, bedeutet in der Logik des Todes freilich das genaue Gegenteil: ewige Verdammnis, im Sinne eines unwiderruflichen Eingemauertseins in die Erde. Folglich tanzt die Todesgöttin am Ende auch auf den Gräbern, um die Erde darauf für immer festzustampfen.
Eben die vollständige Verkehrung aller Maßstäbe, für die der Tod steht, ist aber auch das zentrale Kennzeichen des Krieges. So ist die makabre Nachahmung menschlicher Moral durch den Tod zugleich eine radikale Absage an die gewalttätige Lösung von Konflikten.

Funktion der Musik in dem Lied

In der einleitenden Beschreibung der Schlacht ist die musikalische Untermalung zunächst sehr lebhaft. Je deutlicher der Text die Aussichtslosigkeit des Kampfes herausstellt, desto mehr geht allerdings auch die Musik in getragene Klänge über.
Dieses „Moderato assai“ wird jedoch plötzlich von einem sprunghafteren Rhythmus durchbrochen. In ihm kündigt sich das Herannahen des Todes auf seinem Schlachtross an.
Die Ansprache des Todes ist von einem Trauermarsch begleitet. Mussorgski legt diesem interessanterweise die polnische Unabhängigkeitshymne Z dymem pożarów (Mit dem Rauch der Feuer) zugrunde. Indem die Freiheit so als „Befreiung vom Leben“ dargestellt wird, erhält der Monolog des Todes eine ironische, ja fast schon sarkastische Konnotation.
Der abschließende Tanz des Todes auf den Gräbern der Gefallenen, mit dem diese für immer in der Erde „festgestampft“ werden, findet eine musikalische Entsprechung in entsprechend heftigen, beidhändig gespielten Klavierakkorden. Das Versinken der toten Soldaten in der Erde wird schließlich durch den Wechsel zu einer tieferen Oktave angedeutet, in der auch das abschließende Fortissimo gespielt wird.

Über Interpretin und Pianist

Die Sopranistin Galina Wischnewskaja (1926 – 2012) und ihr Mann, der Cellist, Pianist, Dirigent und Komponist Mstislaw Rostropowitsch (1927 – 2007), gehörten zu den bedeutenden Vertretern der Opposition in der Sowjetunion. So hatte das Ehepaar den verfemten Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn nicht nur bei sich aufgenommen, sondern dies auch in öffentlichen Stellungnahmen verteidigt.
Beide verbanden ihre künstlerische Betätigung auch mit einem engagierten Eintreten für Frieden und Völkerverständigung. Dies war mit ein Grund für die Schikanen, mit denen sie von den Behörden belegt wurden.

1962 wurde Wischnewskaja etwa ein Auftritt im Rahmen von Benjamin Brittens War Requiem untersagt. Britten hatte drei Gesangssolisten kriegführender Nationen des Zweiten Weltkriegs gemeinsam auftreten lassen wollen, um ein Zeichen für Versöhnung zu setzen. Rostropowitsch musste 1974 eine Aufnahme von Giacomo Puccinis Oper Tosca mit dem Moskauer Bolschoi-Ensemble unvollendet lassen, weil die Behörden ihm die Erlaubnis zur Leitung des Orchesters entzogen.
Angesichts dieser Drangsalierungen emigrierte das Ehepaar noch im selben Jahr aus der Sowjetunion. Vier Jahre später wurde beiden die sowjetische Staatsbürgerschaft entzogen. Eine von Michail Gorbatschow 1990 angebotene Wiedereinbürgerung lehnten sie ab. Sie blieben staatenlos, lebten aber zeitweise wieder in Russland.
Beide setzten im Westen ihre Karrieren fort. Rostropowitsch war von 1977 bis 1994 Chefdirigent des Washingtoner National Symphony Orchestras. Legendär ist sein Auftritt als Cellist an der Berliner Mauer, wo er am 11. November 1989, kurz nach der Öffnung der Grenze, ein Konzert für die Wiedervereinigung gab.

Ein weiterer Beitrag zu Mussorgskis Liedern und Tänzen des Todes folgt am kommenden Sonntag.

Biographie von Modest Mussorgski auf klassikakzente.de oder (ausführlicher) von Michael Ray auf britannica.com.

Biographie von Arseni Golenischtschew-Kutusow auf persona.ru (englisch).

Eine detaillierte Analyse von Mussorgskis Liederzyklus findet sich in: Fuh, Jason: Musical Means in Mussorgsky’s Songs and Dances of Death: A Singer’s Study Guide. Ohio 2017: Ohio State University (D.M.A. Document); speziell zu Polkowodjets / Der Feldherr S. 66 – 75.

Heinrich Vogeler (1872 – 1942): Das
Leiden der Frau im Kriege / Trauernde
Frauen /The suffering of women in war /
Mourning women (1918); Wikimedia commons)

English Version

Songs and Dances of Death

A Song Cycle by Modest Mussorgsky after Poems by Arseny Golenishchev-Kutuzov. Part 1: The Field Marshal

One of the pieces from the cycle Songs and Dances of Death by the Russian composer Modest Mussorgsky (1839 – 1881) evokes an apocalyptic vision of war. That might not be to the taste of the present ruler in the Kremlin.

The Field Marshal

The battle rages, the armour gleams,
greedily howls the ocean of arms.
Soldiers rush, horses plunge
into a lava lake of blood.

Noon burns, the battle blazes.
And even the pale sunset
is lit by the fire of the fighting,
fanned by blind rage.

At last the mantle of stars sinks onto the field,
and the battle spook is swallowed by the night.
Everything falls silent. Only a single moan
rises harshly up into the gloomy haze.

In the laurel wreath of the moon
the goddess of death rides onto the field.
Her bony garment shines all white
in the sallow glow of her nocturnal companion.

Proudly she rides across the field,
like a field marshal after a victorious battle,
devoutly listening to silent cries
and speechless prayers.

At the top of the hill she pauses,
looks around – and smiles.
Then she raises her fateful voice
above the plain of blood:

„The battle is over – and I am the victress!
Fighting, all of you have knelt before me.
Life has drawn you apart – I have reconciled you.
So come on, you dead warriors, line up peacefully before me!

Solemnly you shall march past me,
so that I may count my armies.
Then your bones can recover
from the struggle of life in the lap of the earth.

Year after year will pass over you,
all memory of you will fade away –
only I will not forget! Eternally I shall
celebrate a feast on your bones at midnight!

Stomping I will dance on the damp earth.
Your bones shall never leave
the shadow of the grave! Forever you shall rest
in the earth as my retinue!“

Модест Мусоргский (Modest Mussorgsky) / Арсений Голенищев-Кутузов (Arseny Golenishchev-Kutuzov): Полководец (Polkowodjets); 1875 (poem) and 1877 (song)

In the poem version (Торжествосмерти / Torzhestvo Smerti – The Triumph / Celebration of Death), instead of the first two stanzas of the song, the following verses are at the beginning:

The battle rages all day long.
The sunlight blurs in the battle haze,
dust and groaning fill the air,
echoing from every hill. No one is victorious

Performance of the song by Galina Vishnevskaya (Галина Вишневская; vocals) and Mstislav Rostropovich (Мстислав Ростропович; piano); Paris, January 20, 1970

A Russian Dance of Death

The Single Songs of the Cycle

Structure of the Poem The Field Marshal

Function of the Music in the Song

About Galina Vishnevskaya and Mstislav Rostropovich

Links

A Russian Dance of Death

The cycle Songs and Dances of Death by the Russian composer Modest Mussorgsky (1839 – 1881) consists of four songs, the first three of which were created in 1875 and the fourth in 1877. The texts were provided by Mussorgsky’s friend Arseny Golenishchev-Kutuzov (1848 – 1913).
All the songs testify to the unrestricted power of death. The title was added only after the composer’s death. Mussorgsky himself grouped the songs under the term „Death Dance Songs“. They were not premiered until 1962, after an arrangement by Dmitri Shostakovich.

As in the medieval Dances of Death, Death macabrely dresses itself in the garments of the living in the songs. Its ambush-like, insidious power and the amorality resulting from the absence of any distinction between its victims are thus brought to the fore in a particularly drastic way
It is important to note that „death“ is feminine in Russian – which is why Mussorgsky initially wanted to call the cycle simply „She“. In this way, the painful dissonance between the reality of death and faithfully caring, helping figures – as whose macabre caricature Death appears – becomes even more evident.

The Single Songs of the Cycle

In the opening piece (Колыбельная/Kolybelnaja – Lullaby), Death sings a lullaby to a dying child. In a duet with Death, the mother tries in vain to stop Death from his ominous song.
In the second song (Серенада/Serenada – Little Serenade), Death slips into the guise of a knight who promises salvation to a young woman suffering from fever. Of course, in the arms of Death, this rescue is tantamount to her end.
In the third song of the cycle – Trepak –, Death encourages a tired peasant, lost in the forest during a snowstorm, to dance. When he gets tired of this, Death prepares a bed of snow for him.
The final piece of the cycle (Полководец/Polkowodjets – The Field Marshal) shows Death as the victorious commander after a battle: he is the real winner, no matter which secular army commander proclaims himself the victor after the battle. And like a commander – it can be concluded –, Death also rides through history sweeping away peoples and cultures.

Structure of the Poem The Field Marshal

The text first paints the battle itself in gloomy colours. At the same time, the fighting is deliberately depicted in an impersonal way. The focus is not on the individual soldiers, but on the wave of violence that drives them forward.
This description logically leads to the appearance of Death – as the actual ruler over the entire event. All combatants have served him equally, no matter what uniform they wear.

Thus he – or, taking into account the feminine genus of „death“ in Russian, she – praises the soldiers for bowing down before him/her while fighting. As a result of their actions, they must eternally serve their new master, who sees his new armies marching before him with satisfaction.
As in the other songs of the cycle, the special effect of the death figure here again results from the fact that it apes humanity. For Death, or the Goddess of Death, promises the fallen soldiers precisely what they will be denied by their fellow human beings: that they will not be forgotten.
What in the world of the living would be connected with the memory of concrete people, however, means the exact opposite in the logic of death: eternal damnation, in the sense of being irrevocably walled into the earth. Consequently, the Goddess of Death dances on the graves of the deceased in the end in order to fix the earth on them forever.
It is precisely this complete reversal of all norms, as the decisive characteristic of death, that is also the central feature of war. Thus the macabre imitation of human morality by Death is at the same time a radical rejection of all kinds of violent conflict resolution.

Function of the Music in the Song

In the introductory description of the battle, the musical background is initially very vibrant. The more clearly the text emphasises the futility of the battle, however, the more the music shifts to subdued sounds.
This „Moderato assai“ is suddenly interrupted by a more erratic rhythm. It heralds the approach of death on his warhorse.
The speech of Death is accompanied by a funeral march. Interestingly, Mussorgsky bases this on the Polish independence hymn Z dymem pożarów (With the Smoke of Fires). By presenting freedom as „liberation from life“, Death’s monologue thus takes on an ironic, almost sarcastic connotation.
The final dance of Death on the graves of the deceased, with which they are to be „stomped“ into the earth forever, finds a musical equivalent in correspondingly violent piano chords played with both hands. The sinking of the dead soldiers into the earth is indicated by the change to a lower octave, in which the final fortissimo is played.

About Galina Vishnevskaya and Mstislav Rostropovich

The soprano Galina Vishnevskaya (1926 – 2012) and her husband, the cellist, pianist, conductor and composer Mstislav Rostropovich (1927 – 2007), were among the most important representatives of the opposition in the Soviet Union. The couple not only hosted the ostracised Nobel Prize winner for literature Alexander Solzhenitsyn, but also defended this in public statements.
Both of them combined their musical activities with a committed advocacy of peace and international understanding. This was one of the reasons for her harassment by the authorities.

In 1962, for example, Vishnevskaya was banned from performing in Benjamin Britten’s War Requiem. Britten had invited three vocal soloists from warring nations of the Second World War to perform together as a sign of reconciliation. Rostropovich had to leave a recording of Giacomo Puccini’s opera Tosca with the Moscow Bolshoi Ensemble unfinished in 1974 because the authorities withdrew his permission to conduct the orchestra.
In the face of these reprisals, the couple emigrated from the Soviet Union in 1974. Four years later, both were stripped of their Soviet citizenship. In 1990, Mikhail Gorbachev offered them readmission to the Soviet Union, but they refused. They remained stateless, but lived in Russia again temporarily.
Both continued their careers in the West. Rostropovich was principal conductor of the Washington National Symphony Orchestra from 1977 to 1994. Legendary is his performance as a cellist at the Berlin Wall, where he gave a concert for reunification on November 11, 1989, shortly after the opening of the border.

Another article on Mussorgsky’s Songs and Dances of Death will follow next Sunday.

Biography of Modest Mussorgsky by Steve Shelokhonov on IMDb (Internet Movie Database) and (in more detail) by Michael Ray on Britannica.com.

Biography of Arseny Golenishchev-Kutuzov on persona.ru.

A detailed analysis of Mussorgsky’s song cycle can be found in: Fuh, Jason: Musical Means in Mussorgsky’s Songs and Dances of Death: A Singer’s Study Guide. Ohio 2017: Ohio State University (D.M.A. Document); especially on Polkowodjets / The Field Marshal p. 66 – 75.

Bilder/Pictures: Josef Mandl (1874 – 1933): Triumphator; Stanley Wolfson: Galina Wischnewskaja/Vishnevskaya and Mstislaw Rostropovich; Washington, Library of Congress
Modest Mussorgski/Mussorgsky (photo, 1865; Arseni Golenischtschew-Kutusow/Golenishchev-Kutuzov (photo, 1870s)

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