Edgar Fuhrmann: Bahnhofsmärchen

Edgar Fuhrmanns Bahnhofsmärchen ist gleichzeitig Utopie und Dystopie. Es kontrastiert den Traum eines erfüllten Lebens und eines harmonischen Miteinanders mit der Realität einer an Profitmaximierung und Konkurrenz ausgerichteten Gesellschaft:

Es war einmal ein König, der herrschte über einen großen Bahnhof. Auf dem Bahnhof kamen viele Züge an und fuhren wieder ab, große und kleine, jeden Tag. Und es waren immer viele Menschen da, und die Menschen waren alle in großer Eile, denn sie wollten alle pünktlich sein. Je mehr sie sich aber beeilten, desto früher fuhren die Züge ab, und also waren sie immer missgelaunt.

Für die schlechte Stimmung der Menschen gab es allerdings noch einen anderen Grund. Sie fuhren nämlich alle mit Zügen, die sie eigentlich gar nicht nehmen wollten. Der Grund dafür war, dass der König ihnen jeden Abend reiche Geschenke machte, wenn sie ganz bestimmte Züge nahmen. Denn der König war sehr reich. Er hatte einen dicken Bauch, der ganz aus Gold bestand und so schwer war, dass er immer von mehreren Dienern gestützt werden musste.

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Bahnhofsmärchen.pdf

Das Bahnhofsmärchen ist entnommen aus Edgar Furmanns Erzählband Hauptbahnhof:

Buchvorstellung mit Leseproben und Rezensionen

Bild: Johannes Plenio: Schienen (Pixabay)

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