León Gieco: Sólo le pido a Dios („Das Einzige, worum ich Gott bitte“)

Ein argentinisches Friedenslied.

León Giecos gesungene Fürbitte Sólo le pido a Dios („Das Einzige, worum ich Gott bitte“) ist in Argentinien längst zum Klassiker geworden.
Der 1978, zwei Jahre nach der Machtergreifung durch die Militärjunta unter General Videla, herausgebrachte Song wurde in Giecos Heimat rasch zu einer Hymne des Widerstands. In den folgenden Jahren wurde er auch von zahlreichen anderen KünstlerInnen (u.a. von Mercedes Sosa) nachgesungen und avancierte in ganz Südamerika zu einem Ausdruck des Protests gegen menschenverachtende Herrschaftsformen und unsoziale Verhältnisse.
Da es bereits einige deutsche Übersetzungen und auch deutschsprachige Cover-Versionen des Liedes (u.a. von Hannes Wader und Gerhard Gundermann) gibt, gönne ich mir an dieser Stelle eine freiere Übertragung des Textes.

León Gieco: Sólo le pido a Dios („Das Einzige, worum ich Gott bitte“)
aus: IV LP (1978):
 

Albumfassung:

Live (1982):

Liedtext

Freie Übertragung:
 
Das Einzige, worum ich Gott bitte
 

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass mir der Schmerz nicht gleichgültig sein möge;
dass mein Herz nicht leer und einsam sein möge
und ich das, was ich geben konnte, gegeben haben werde,
wenn die dürre Hand des Todes nach mir greift.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass die Ungerechtigkeit mir nicht gleichgültig sein möge;
dass ich mich nicht auch noch auf die andere Wange schlagen lasse,
wenn das ungerechte Schicksal
mich einmal in seine Fänge gezwungen hat.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass die Ungerechtigkeit mir nicht gleichgültig sein möge;
dass die Vielen, wenn sie auch weniger ausrichten können
als der eine Verräter, doch mit ihrer Erinnerung
den Verrat richten.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass der Krieg mir nicht gleichgültig sein möge,
dieses Ungeheuer, das mit donnerndem Schritt
die Unschuld der Armen zertritt.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass der Betrug mir nicht gleichgültig sein möge;
dass die Vielen, wenn sie auch weniger ausrichten können
als der eine Verräter, doch mit ihrer Erinnerung
den Verrat richten.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass die Zukunft mir nicht gleichgültig sein möge;
dass ich mich nicht verliere
in einer verlorenen Welt.

 

Bild: Alina Vieira: Gebet (Pixabay)

Eine Antwort auf „León Gieco: Sólo le pido a Dios („Das Einzige, worum ich Gott bitte“)

  1. Pingback: Vetusta Morla: ¡Alto! („Halt!“) – LiteraturPlanet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.