Ein Überblick mit neu übersetzten Gedichten.
Charles Baudelaires dichterischer Blumengarten verströmt die unterschiedlichsten Düfte. Die erlesensten unter ihnen ermöglichen das, was Baudelaire als vornehmstes Ziel seiner Dichtung ansah: Sie lassen „einen Blick ins Paradies erhaschen“. Der vorliegende Band bietet einen exemplarischen Überblick über diese dichterischen Blumen, verbunden mit Kommentaren, die sich auf eigene poetologische und philosophische Überlegungen Baudelaires stützen.

Wenn die Lawinenwand des Winters lähmend
auf den Uhren lastet, jeden Schritt erstickend,
dehnt ins Unendliche die Schattenschwingen
der dunkle Vogel der Melancholie.
Heute noch in der Welt, wirst bald
ein Fels du sein in einer fernen Brandung,
ein Dünenhang in einer Nebelwüste,
eine Sphinx, die keine Karte kennt
und die nur dann erwacht, wenn selbstvergessen
die Abendsonne über ihre Seele streicht.
aus: Spleen (Schwermut; 1857)

Cover-Bild: Charles Baudelaire: Selbstporträt (1848); Paris, Musée des monuments français (Cité de l’architecture et du patrimoine); Wikimedia commons
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