Ansingen gegen die Mauern des Putin-Regimes / Singing Against the Walls of the Putin Regime

Die russische L’estaca-Variante von Arkadij Kots / The Russian Version of L’estaca by Arkady Kots

In Russland ist Lluís Llachs L’estaca von der Band Arkadij Kots aufgegriffen worden. Das Lied dient dort als Protestsong gegen die Unterdrückung durch das Putin-Regime.

English Version

Im polnischen Text zur Melodie von L’estaca war das Pfahl-Symbol durch die Metapher der Mauern, die zum Ein­stürzen gebracht werden müssen, ersetzt worden – ein Bild, das offenbar für die Men­schen hinter dem „Eisernen Vorhang“ naheliegender war.

Dies wurde später auch von der russi­schen Band Arkadij Kots aufgegriffen. Deren Name ist eine Reminiszenz an den gleichnamigen russischen Sozialisten, der 1902 die Internationale ins Russische übersetzt hat.

Die russi­sche Version von L’estaca (Stjeny ruchnut – „Die Mauern stürzen ein“), die sich ansonsten eng an das katalanische Original anlehnt, ist natürlich ein musikalischer Ausdruck des Wider­stands gegen den Unterdrückungsapparat des Putin-Regimes. Passend hierzu kursiert im Netz ein Video, in dem die Band das Lied in einem Polizeiwagen singt.

Arkadij Kots: Stjeny ruchnut (Die Mauern stürzen ein)

Die Mauern stürzen ein

Einst stand ich mit meinem Großvater vor der Haustür.
In der Ferne dämmerte der Tag herauf,
und die Holzkarren rumpelten an uns vorbei.
Da sagte mein Großvater zu mir:
„Siehst du diese Mauern dort?
Dahinter müssen wir alle leben,
und wenn wir sie nicht einreißen,
werden wir dahinter verrotten
bei lebendigem Leib.

Komm, lass uns dieses Gefängnis aufbrechen!
Diese Mauern haben hier nichts zu suchen.
Also sollen sie doch einstürzen, ja, einstürzen –
sie sind ja ohnehin schon seit langem baufällig!
Und wenn du ein wenig dagegendrückst
mit deiner Schulter
und wenn wir gemeinsam dagegendrücken,
dann werden die Mauern einstürzen, ja, einstürzen,
und wir werden frei atmen können.“

Längst sind meine Hände faltig geworden,
seit damals sind viele Jahre vergangen,
ich habe immer weniger Kraft,
und noch immer sind die Mauern
nicht abgetragen worden.
Ich weiß, sie sind brüchig,
aber es ist schwer, sie zu überwinden.
Wenn die Kraft nicht reicht,
bitte ich dich zu singen:

Komm, lass uns dieses Gefängnis aufbrechen! …

Mein Großvater ist schon lange verstummt,
ein heimtückischer Wind hat ihn fortgetragen,
aber ich sehe mich mit ihm noch immer
vor derselben Türe stehen,
neben dem Gepolter der Holzkarren.
Und wenn jemand vorbeigeht,
bemühe ich mich, die Stimme zu erheben,
und singe jenes Lied, das er gesungen hat,
bevor er gestorben ist:

Komm, lass uns dieses Gefängnis aufbrechen! …

Arkadij Kots: Stjeny ruchnut (2012)

Song mit Impressionen von Protestaktionen und Auftritten der Band

Video einer „Performance“ in einem Polizeifahrzeug

English Version

Singing Against the Walls of the Putin Regime

In Russia, Lluís Llach’s L’estaca has been taken up by the band Arkadij Kots. Here the song serves as a protest song against the oppression by the Putin regime.

In the Polish lyrics to the melody of L’estaca, the stake symbol had been replaced by the metaphor of walls that must be brought down – an image that was apparently more obvious to the people behind the „Iron Curtain“.

This image was later taken up by the Russian band Arkady Kots. Their name is a reminiscence of the Russian socialist of the same name, who translated the Internationale into Russian in 1902.

The Russian version of L’estaca (Styeny ruchnut – „The walls collapse“), which otherwise closely follows the Catalan original, is of course a musical expression of resistance against the repressive Putin regime. Fittingly, a video is circulating on the net in which the band sings the song in a police car.

Arkady Kots: Styeny ruchnut (The Walls Collapse)

The Walls Collapse

Once I stood at the front door
with my grandfather.
In the distance, day was dawning,
and the wooden carts rumbled past us.
Just then my grandfather said to me:
„Do you see those walls over there?
We all have to live behind them,
and if we don’t tear them down,
we will rot alive behind them.

Come on, let’s break open this prison!
These walls do not belong here.
So let them collapse, yes, collapse –
they’ve been crumbling for a long time anyway!
And if you push against them
with your shoulder a bit
and if we push against them together,
then the walls will collapse, yes, collapse,
and we will be able to breathe freely.“

My hands have long since become wrinkled,
many years have passed since then,
my strength is getting less and less,
and the walls still haven’t been taken down.
I know they are fragile,
but it’s still hard to overcome them.
Therefore, if I’m running out of strength,
I ask you to sing:

Come on, let’s break open this prison! …

My grandfather has long since fallen silent,
a wicked wind has carried him away,
but I still see myself standing with him
in front of the door,
next to the clatter of the wooden carts.
And when someone passes by,
I strive to raise my voice
and sing the song he sang
before he died:

Come on, let’s break open this prison! …

Arkady Kots: Styeny ruchnut (2012)

Song with impressions of protest actions and performances of the band

Video of a „performance“ in a police car

Bilder / Images : Rakoon: Die Mauer des Moskauer Kremls / Walls of the Mosxow Kremlin, Februar 2019 (Wiki­media commons; modifiziert); 2. Arkadij Kots: Foto von der Website der Band /Foto from the Website of the Band

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