Fremde Universen / Distant Universes

Mord im Reichstag, Kapitel 16 / Murder in the German Parliament, Chapter 16

Lidia Afanasjewna ist entlassen worden! Nun tröstet sie sich mit dem Traum von fernen Welten – und mit der Flucht in Aljoschas Arme.

English Version

Lidia Afanasjewnas Gott

Lidia Afanasjewna gehörte zu jenen Menschen, die von sich behaupten, nicht wissen zu können, ob Gott existiert oder nicht. Würde Gott nämlich existieren, so müsste er – davon war Lidia Afanasjewna überzeugt – als nicht nur alles Irdische übersteigende, sondern jenseits von Raum und Zeit situierte Kraft notwendigerweise das menschliche Vorstellungsvermögen sprengen. Folglich war es für den Menschen im Grunde einerlei, ob er sich für gläubig oder für ungläubig erklärte – den Gegenstand seines Glaubens respektive Nicht-Glaubens würde er so oder so mit seinem Verstand nicht fassen können.
Diese Überzeugung konnte Lidia Afanasjewna indessen nicht davon abhalten, sich einen eigenen Gott zu erträumen. Im Grunde war sie sogar die Voraussetzung dafür. Denn wenn jede Vorstellung von Gott eine reine Schimäre war, gab einem das auch die Freiheit, sich einen eigenen Gott zu basteln – einen Gott, den es ebenso wenig gab oder nicht gab wie alle anderen Götter, die Menschen sich jemals vorgestellt hatten.
Lidia Afanasjewnas Gott sollte auf jeden Fall Musiker sein. Am ehesten würde er wohl, dachte sie, ein Saiteninstrument spielen, eines, das so viele Saiten hätte, wie es im Weltall Sterne gab, also unendlich viele. Jede Saite stünde für ein eigenes Universum. Und wann immer Gott die entsprechende Saite zum Schwingen brächte, würde ein neues Kapitel in der Geschichte dieses Universums aufgeschlagen. Zusammen aber würden die Saiten die Musik Gottes erklingen lassen, die göttliche Harmonie, die gleichbedeutend wäre mit dem Ineinanderwirken der Universen in Gottes Hand.
Obwohl Gott natürlich auch im Musizieren über göttliche Fähigkeiten verfügen würde, könnte doch auch er nicht verhindern, dass die Saiten seines Instruments natürlichem Verschleiß unterworfen wären und von Zeit zu Zeit reißen würden. Dann würde das Universum, das an dieser Saite hing, in sich zusammenfallen und sich in den anderen Universen auflösen. So könnte selbst Gott nie genau wissen, welche neuen Formen die Harmonien seines Spiels annehmen würden.
Seine Universen wären dabei wie unaufgeräumte Spielzimmer, in denen eine nur den Bewohnern bekannte Ordnung herrschen würde; eine Ordnung, die stets von einer benachbarten Unordnung hinweggespült und in eine neue Ordnung überführt werden könnte.
Wissenschaft und Kunst wären in dem Reich jenes Gottes, den Lidia Afanasjewna sich in ihrer Vorstellung erschuf, dazu da, sich in einem nie an sein Ende gelangenden Prozess den Strukturen der göttlichen Ordnung anzunähern. Der Kunst fiele dabei die Aufgabe zu, eine Ahnung von den Harmonien zu vermitteln, die Gottes Schöpfung zusammenhielten.
Die Wissenschaft wäre demgegenüber dazu da, die Bausteine dieser Harmonien im Detail zu erforschen. Wie zwei Linien, die sich in einer Zeit nach aller Zeit kreuzen müssten, würden Kunst und Wissenschaft dabei in einem nie zu erreichenden Endpunkt mit der göttlichen Harmonie zusammenfallen.
Da Lidia Afanasjewnas Lebenszeit allerdings begrenzt war, hatte sie keine Lust, sich mit dem zu bescheiden, was die Wissenschaft heute schon über die Strukturen der göttlichen Harmonie herausgefunden hatte. Stattdessen nahm sie sich die Freiheit, den vorhandenen rudimentären Wissenskatalog träumend zu ergänzen, wie ein Kind, das ein Bilderbuch ausmalt.
So stellte sie sich vor, dass jede dunkle Stelle im Universum in Wahrheit ein Tor in ein anderes Universum wäre. In einer Zukunft, die so fern war, dass sie mit der tiefsten Vergangenheit zusammenfiele, würden Wesen, die in ihrem Heimatuniversum keine Perspektive mehr für sich sehen, durch ein solches Tor in ein Nachbaruniversum auswandern können. Dort würde dann nicht nur ein anderes Leben auf sie warten, sondern eine völlig andere Ordnung der Dinge, in der auch sie selbst eine gänzlich neue, vom Standpunkt ihres Heimatuniversums aus unvorstellbare Daseinsform annähmen.

Das Universum in Aljoschas Augen

Lidia Afanasjewna seufzte. Ja, dachte sie: Ein anderes Universum – das wär’s! Wenn ich dahin emigrieren könnte … Sehnsüchtig blickte sie durch das Küchenfenster hinaus in die dunkle Nacht, die ihr so verheißungsvoll entgegenschimmerte. Aber statt wenigstens die Ahnung eines fremden Universums, ein wenn auch noch so kleines Bruchstück seiner Existenz zu erhaschen, versank sie nur wieder in den ebenso dunklen Augen Aljoschas.
Wo kam der nur auf einmal her? Hatte er sie etwa belauscht? Und was wollte er bloß mit dieser lächerlichen grünen Latzhose, die doch gar nicht zu ihm passte? War er etwa unter die Gärtner gegangen?
Aljoscha sah sie mit einem Blick an, der ebenso durchdringend wie sanftmütig war. „Sie wollen uns also verlassen, meine Liebe?“ fragte er.
Lidia Afanasjewna wandte die Augen ab. „Ach, Aljoscha!“ erwiderte sie. „Mir bleibt ja kaum etwas anderes übrig, jetzt, da mein Leben keinen Pfifferling mehr wert ist.“
„Aber Lidia Afanasjewna, Teuerste!“ widersprach ihr Aljoscha. „Sie wissen doch ebenso gut wie ich, dass kein Leben weniger zählt als ein anderes. Jedes Leben trägt seinen Wert in sich – und Ihres erscheint mir, wenn ich das gestehen darf, sogar ganz besonders wertvoll.“
Ein wehmütiges Lächeln huschte über Lidia Afanasjewnas Gesicht. „Ja, ich weiß … Wenn einem an einem anderen Menschen etwas liegt, ist es etwas anderes. Liebende und Philosophen sprechen eine andere Sprache. Die Sprache, die unsere Welt regiert, ist aber die Sprache der Habgier. Und in dieser Sprache gilt der am meisten, der am meisten zusammenrafft. Ich aber habe nichts, also bin ich auch nichts in den Augen dieser Welt.“
Ein kurzes Schweigen trat ein. Dann fragte Aljoscha: „Wollen Sie mir nicht endlich sagen, was der Grund für Ihre düstere Stimmung ist?“
Als wenn du das nicht längst wüsstest, dachte Lidia Afanasjewna. Da Aljoscha sie aber weiter fragend ansah, murmelte sie schließlich: „Ich bin entlassen worden – wegen ungebührlichen Verhaltens. Und das nur, weil ich diesen blöden Tunnel betreten habe!“
Mitfühlend bemerkte Aljoscha: „Das ist natürlich schlimm, Verehrteste, und Sie haben es gewiss nicht verdient, dass man so mit Ihnen umspringt. Aber meinen Sie nicht, dass darin vielleicht auch die Chance für einen Neuanfang liegen könnte? Sie waren doch gar nicht glücklich mit Ihrer Arbeit!“
Lidia Afanasjewna fuhr sich durch die Haare, so dass ihre Locken für einen Augenblick wie Wellenbrecher in die Höhe standen. „Ja, mag sein“, räumte sie ein. „Aber um meine Gefühle geht es hier doch gar nicht. In der Praxis bedeutet die Entlassung ganz einfach, dass wir nicht mehr genug Geld haben werden. Von den paar Gelegenheitsjobs, die Igor hier und da bekommt, können wir doch unmöglich über die Runden kommen! Also muss ich zum Arbeitsamt gehen – oder vielmehr zum ‚Jobcenter‘, wie das jetzt im Controller-Jargon der Menschenverwalter heißt.“
Sie seufzte aus tiefster Seele. „Und spätestens da werden sie mir dann schon einbläuen, was für einen Wert – oder vielmehr Unwert – ich habe. Da wird es dann heißen, dass eine Putzfrau auch als Klofrau arbeiten kann. Und wenn ich nicht als Klofrau arbeiten will, wird man mir sagen, dass ich – da ich nicht bereit bin, mich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen – auch keinen Anspruch auf die Solidarität dieser Gemeinschaft habe und folglich, wie es bei den Menschenverwaltern heißt, auch ‚keine Leistungen beziehen‘ darf. Ich bin dann also weniger wert als die Fäkalien, um die zu kümmern ich mich weigere.“
Lidia Afanasjewna wollte sich vor Aljoscha nicht gehen lassen, aber sie kam doch nicht gegen ihre Gefühle an. Ihre Lippen zitterten, die Tränen stiegen ihr in die Augen. Im gleichen Moment spürte sie, wie sie in Aljoschas warmen, weltumspannenden Armen versank. So bekam sie doch noch eine Ahnung von den anderen Universen, in die sie sich hinübersehnte.

Die entgegengesetzte Richtung

Leider setzte gerade in dem Augenblick das durchdringende Piepsen des Weckers ein. Lidia Afanasjewna hatte vergessen, ihn auszuschalten, als sie am vergangenen Abend zu Bett gegangen war – und noch weniger hatte sie an ihn gedacht, als sie sich mitten in der Nacht, vom Schlaf verlassen, in die Küche gesetzt hatte.
Rasch lief sie ins Schlafzimmer, um den Wecker auszuschalten. Glücklicherweise wälzte Igor sich nur brummend auf die andere Seite und nahm schon nach kurzer Zeit sein schnorchelndes Selbstgespräch wieder auf. Für ihn war ja auch alles wie immer: Seine Gattin schlich sich in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett, duschte sich, trug ihre Arbeitsmaskerade auf, trank eine Tasse Kaffee und eilte dann aus dem Haus – während er noch liegen bleiben und später in aller Ruhe dem gemeinsamen Mittagessen entgegendämmern konnte.
Sie hatte es einfach noch nicht fertiggebracht, ihm von der Kündigung zu erzählen. Und jetzt, frühmorgens, während sie beide noch gar nicht richtig wach waren, hätte ein solches Geständnis ja fast schon eine alptraumhafte Färbung erhalten. Sie hätte sich in der dämmrigen Küche wie eine Sünderin gefühlt, die vor dem gestrengen Priester die Beichte ablegt.
Nein, da wollte sie einstweilen doch lieber so tun, als wäre alles beim Alten geblieben, und die Wohnung zur gewohnten Zeit verlassen. Mittags würde sie dann schon die richtigen Worte finden.
Draußen empfing sie ein kalter Regen. Einen Augenblick lang überlegte sie, ob sie nicht vielleicht doch lieber umkehren sollte. Sie wusste ja gar nicht, wohin sie fahren sollte! Aber dann sah sie wieder Igors erschrecktes, vielleicht auch etwas vorwurfsvolles Gesicht vor sich und ging weiter Richtung S-Bahn.
Wie immer ließ sie sich von der Hektik der anderen Frühaufsteher anstecken, als sie sich ihrem Ziel näherte, wie immer ärgerte sie sich über den zugigen Bahnhof, und wie immer empfand sie ein zunehmendes Gefühl der Beklemmung, als der Bahnsteig sich mehr und mehr mit Wartenden füllte. Und als der Zug endlich einfuhr, fühlte sie sich wie jeden Morgen hin- und hergerissen zwischen der Freude, ins Warme zu kommen, und der Übelkeit beim Gedanken an die stickige Luft im Zug. Dann aber, als sich die Türen öffneten und der Zug die zähe Masse der Menschen in sich hineinsog, entschied sie plötzlich, dass sie genauso gut den nächsten Zug nehmen könnte.
Von diesem Augenblick an war alles anders. Auf einmal war der Wind nicht mehr nur ein kalter, zugiger Luftstoß, vor dem man in verqualmte Wartenischen floh. Plötzlich hatte er wieder eine Stimme, plötzlich war er wieder der ewige Wanderer, der von seinen Reisen durch Raum und Zeit flüsterte.
Er erzählte von den trüben Nachmittagen ihrer Kindheit, vom Stepptanz des Regens an den Fensterscheiben und den langen Brettspielsonntagen mit den Großeltern. Er erzählte von den schwarzen Wolken über der Steppe und davon, wie sie sich langsam herabsenkten, um sich mit dem winterdunklen Gras zu vereinigen. Aber er erzählte auch von jenen Regionen, in denen der Regen, den er heranwehte, sich wärmer anfühlte, und von den Brunnen, die der Regen mit dem Leben spendenden Elixier für die ewig dürstende Menschheit speiste.
Auch der nächste Zug war völlig überfüllt, auch ihn ließ Lidia Afanasjewna vorbeifahren. Der dritte Zug, der schon kurz darauf einfuhr, war bedeutend leerer, in ihm hätte Lidia Afanasjewna sogar einen Sitzplatz bekommen. Sie betrachtete ihn jedoch wie eine Unbeteiligte und lauschte lieber weiter den Geschichten des Windes.
Eine Zeitlang verharrte sie so in ihrem eigenen, von der Welt um sie her abgeschotteten Universum. Dann nahm sie einen Zug in die entgegengesetzte Richtung.

English Version

Distant Universes

Lidia Afanasyevna has lost her job! Now she seeks comfort in dreams of faraway worlds – and in escaping into Alyosha’s arms.

Lidia Afanasyevna’s Personal God

Lidia Afanasyevna belonged to those people who are convinced that no one can know whether God exists or not. As a force that not only transcends everything earthly, but is also situated beyond space and time, God would inevitably have to go beyond human imagination. Consequently, Lidia Afanasyevna thought, it was basically irrelevant for man whether he declared himself a believer or a non-believer – he would not be able to grasp the object of his belief or non-belief with his mind either way.
This conviction, however, could not prevent Lidia Afanasyevna from dreaming of her own God. Basically, it was even the prerequisite for this dream. For if every idea of God was a pure chimera, this also gave everyone the freedom to make up a God of their own – a God who was no more real or unreal than all the other Gods that people had ever imagined.
Lidia Afanasyevna’s God would definitely be a musician. Most likely, she thought, he would play a stringed instrument, one that had as many strings as there were stars in the universe, that is, an infinite number. Each string would represent its own universe. And whenever God made the corresponding string vibrate, a new chapter would be opened in the history of this universe. Together, however, the strings would create the music of God, the divine harmony, which would be synonymous with the interplay of the universes in God’s hand.
Although God would of course also have divine abilities in making music, even he could not prevent the strings of his instrument from being subject to natural deterioration and breaking from time to time. Then the universe that hung on this string would collapse and dissolve into the other universes. Thus even God could never know exactly what new forms the harmonies of his playing would take.
In this way, his universes would be like untidy playrooms in which an order known only to the inhabitants would prevail; an order that could always be washed away by a neighbouring disorder and transformed into a new order.
In the realm of Lidia Afanasyevna’s God, science and art would be there to approach the structures of the divine order in an infinite process. Art would have the task of conveying a sense of the harmonies that hold God’s creation together. Science, on the other hand, would be there to explore the components of these harmonies in detail. Like two lines that must cross in a time after all time, art and science would thereby coincide with the divine harmony in a final point that could never be reached.
However, since Lidia Afanasyevna’s life time was limited, she had no desire to content herself with what science had already found out today about the structures of divine harmony. Instead, she took the liberty of dreamingly supplementing the existing rudimentary catalogue of knowledge, like a child colouring a picture book.
Thus she imagined that every dark place in the universe was in fact a gateway to another universe. In a future so distant that it coincided with the deepest past, beings who no longer saw any prospects for themselves in their home universe would be able to emigrate through such a gateway to a neighbouring universe. There they would not only dive into another life, but into a completely different order of things, in which they themselves would also assume a completely new form of existence, unimaginable from the perspective of their home universe.

The Universe in Alyosha’s Eyes

Lidia Afanasyevna sighed. Yes, she thought: another universe – that would be it! If I could emigrate there … Longingly she looked out through the kitchen window into the dark night that shimmered so promisingly towards her. But instead of catching at least a glimpse of an alien universe, a fragment of its existence, however small, she only sank back into Alyosha’s equally dark eyes.
Where had he suddenly come from? Had he been listening to her thoughts? And what was he doing in those ridiculous green dungarees that didn’t suit him at all? Did he suddenly enjoy gardening?
Alyosha looked at her with a gaze that was as penetrating as it was gentle. „So you want to leave us, my dear?“ he asked.
Lidia Afanasyevna averted her eyes. „Oh, Alyosha,“ she replied, „I hardly have any choice now that my life isn’t worth a damn anymore.“
„But Lidia Afanasyevna, dearest!“ objected Alyosha to her. „You know as well as I do that no life counts less than another. Every life carries its value – and yours, if I may say so, even seems particularly valuable to me.“
A wistful smile flitted across Lidia Afanasyevna’s face. „Yes, I know … When you care about another person, things look different. Lovers and philosophers speak a different language. But the language that rules our world is the language of greed. In this language, the one who snatches up the most is the one who counts the most. And since I have nothing, I am nothing in the eyes of this world.“
A short silence fell. Then Alyosha asked: „Won’t you finally tell me the reason for your gloomy mood?“
As if you didn’t know that already, Lidia Afanasyevna thought. But as Alyosha continued to look at her questioningly, she finally murmured: „I’ve been dismissed – for disorderly conduct. And all because I entered this stupid tunnel!“
Sympathetically, Alyosha remarked: „That’s bad, of course, dearest, and you certainly don’t deserve to be treated that way. But don’t you think that this could also be a chance for a new beginning? After all, you were not happy with your work at all!“
Lidia Afanasyevna ran her hand through her hair so that her curls stood up like breakwaters for a moment. „Yes, maybe so,“ she conceded. „But my feelings are not the point here. In practice, the dismissal simply means that we won’t have enough money anymore. We can’t possibly make ends meet with the few odd jobs Igor gets here and there! So I will be at the mercy of these administrators of human capital at the job center again.“
She sighed from the bottom of her heart. „And there, at the latest, I’ll be taught what value – or rather non-value – I have. They’ll say that a cleaning lady can also work as a toilet attendant. And if I don’t want to work as a toilet attendant, they will tell me that – since I am not willing to serve the community – I have no right to the solidarity of this community, that is, to receive any benefits. I am then worth less than the excrements I refuse to take care of.“
Lidia Afanasyevna didn’t want to let herself go in front of Alyosha, but she couldn’t fight her feelings. Her lips trembled, tears welled up in her eyes. At the same moment she felt herself sinking into Alyosha’s warm, world-embracing arms. So she still got an inkling of the distant universes she longed to escape to.

The Opposite Direction

Unfortunately, just at that moment, the piercing beeping of the alarm clock set in. Lidia Afanasyevna had forgotten to turn it off when she had gone to bed the previous evening – and she had thought even less of it when she had sat down in the kitchen in the middle of the night, expelled from the realm of sleep.
She rushed into the bedroom to switch off the alarm clock. Fortunately, Igor only rolled over to the other side, grumbling, and resumed his snoring self-talk after a short while. For him, everything was as usual: his wife slipped out of bed at the crack of dawn, showered, put on her work masquerade, drank a cup of coffee and then hurried out of the house – while he could stay in bed and then bum around until lunch.
She simply hadn’t brought herself to tell him about the dismissal yet. And now, early in the morning, when they were both still half asleep, such a confession would almost have taken on a nightmarish tinge. In the dim kitchen, she would have felt like a sinner confessing before a rigorous priest.
No, for the time being she would rather pretend that everything had remained the same and leave the flat at the usual time. At noon, she hoped, it would be easier to find the right words.
Outside, a cold rain welcomed her. For a moment, she hesitated and considered going back home. After all, she didn’t even know where to turn! But then she thought again of Igor’s frightened, possibly somewhat reproachful face and walked on in the direction of the station.
As always, she let herself get caught up in the hustle and bustle of the other early risers as she approached her destination, as always she was annoyed by the draughty station, and as always she felt an increasing sense of trepidation as the platform filled up more and more with people waiting. And when the train finally pulled in, she felt torn, as she did every morning, between the joy of getting into the warmth and the nausea at the thought of the stuffy air on the train. But then, when the doors opened and the train sucked in the tough mass of people, she suddenly decided that she might as well take the next train.
From that moment on, everything was different. Suddenly the wind was no longer just a cold, draughty gust of air from which one fled into smoky waiting niches. Suddenly the wind had a voice again, the voice of an eternal wanderer, whispering of his travels through space and time.
He told of the dull afternoons of her childhood, of the tap dance of the rain on the window panes and the long board game Sundays with her grandparents. He told of the black clouds over the steppe and how they slowly descended onto the winter-dark grass. But he also told of those regions where the rain felt warmer, and of the wells that the rain fed with the life-giving elixir for the eternally thirsty human race.
The next train was also completely overcrowded, and Lidia Afanasyevna let it pass. The third train, which arrived shortly afterwards, was much emptier. Lidia Afanasyevna could have even found a seat on it. But she looked at it like an uninvolved bystander and preferred to continue listening to the stories of the wind.
For a while, she remained immersed in her own universe, isolated from the world around her. Then she took a train in the opposite direction.

Bilder / Images : ESO / VISTA / J. Emerson: Standbild aus dem 3D-Film Verborgenes Universum mit dem Helixnebel im infraroten Wellenlängenbereich; eso.org, 1. Juli 2013.; Michael Gaida: Bahnsteig (Pixabay)

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