Der Stimmenfänger / The Voice Catcher

Mord im Reichstag, Kapitel 15 / Murder in the German Parliament, Chapter 15

English Version

Lutz beschließt eine Abhöraktion gegen das bei der Kettenobservation entdeckte verdächtige Pärchen. Dies fördert in der Tat erschreckende Dinge zutage.

Ein heimtückisches Höhlenwesen

Früher, wenn die Familie in Russland vor dem Fernseher zusammensaß, hatte Lidia Afanasjewnas Großmutter sich manchmal an die Zeiten vor dem Fernsehzeitalter erinnert. Was heutzutage der Fernseher sei, so hatte sie erzählt, sei damals das Radio gewesen – ein klobiger Apparat, um den man sich ebenso versammelt habe wie später um den Fernseher.
Ihr habe der Apparat immer ein wenig Angst gemacht, hatte die Großmutter gestanden. Sie habe sich vorgestellt, dass darin wahrscheinlich ein heimtückisches Männchen die Stimmen derer, die ihm zu nahe kommen, einfange und dann genüsslich in seiner Höhle verspeise.
Lidia Afanasjewna konnte sich noch gut an das ungläubige Staunen erinnern, mit dem sie als Kinder den Erzählungen der Großmutter gelauscht hatten. Und sie sah auch noch das halb belustigte, halb boshafte Gesicht ihres Großvaters vor sich, der sich einen Spaß daraus gemacht hatte, die Geschichten seiner Gattin auszumalen.
Immer wieder hatte er angedeutet, dass der Stimmenfänger noch im Haus sein müsse – schließlich stehe das alte Radio nach wie vor in der Küche. Außerdem würden einem auch im Fernseher Stimmenfänger auflauern. Wenn man nicht aufpasse, könne es sogar passieren, dass man ganz in die Fernsehwelt hineingezogen werde – was aber vielleicht sogar besser sei, als ohne Stimme durchs Leben gehen zu müssen.
Wenn die Enkelkinder den Großvater dann mit wohligem Schaudern angestarrt hatten und Lidia Afanasjewnas Mutter ihm einen tadelnden Blick zugeworfen hatte, war der Großvater zuweilen philosophisch geworden. Das Tun des Stimmenfängers erscheine einem, hatte er sie dann belehrt, auf den ersten Blick zwar grausam. Man dürfe aber nicht vergessen, dass das nun einmal seine Natur sei. Katzen fressen Mäuse, Löwen jagen Gazellen, große Fische verschlingen kleine Fische – und Stimmenfänger ernähren sich eben von Stimmen. Was können sie schon dafür, Gott hat sie so erschaffen.
Fressen und Gefressenwerden, das ist der Lauf der Dinge, so sieht sie aus, die schöne Schöpfung – das war das Resümee des Großvaters. Und damit hatte er, der überzeugte Atheist, den Enkelkindern mal wieder ganz nebenbei den Herrgott madig gemacht – sehr zum Ärger seiner Frau, die sich entschieden dagegen verwahrte, ihre Geschichten so nihilistisch zu deuten.
Als Kinder hatten sie, so erinnerte sich Lidia Afanasjewna, ihre Angst vor dem Stimmenfänger durch ein Spiel überwunden, bei dem man sich gezielt an dem Gerät mit dem darin verborgenen kleinen Jäger vorbeischleichen musste. Dabei durfte man nicht den geringsten Laut von sich geben.
Die anderen Spielteilnehmer versuchten allerdings nach Kräften, den Erfolg der Mission zu hintertreiben. Sie beleidigten einen, sie stellten Fragen, bei denen es einem schwer fiel, die Antwort zu verweigern, sie boten einem wortreich Dinge an, die man kaum ablehnen konnte. Tappte man in eine der ausgelegten Fallen, so verlor man für den Rest des Spiels die Stimme. Am Ende gewann derjenige, der am längsten den Versuchungen zum Sprechen widerstanden hatte. Das Spiel wurde somit von Minute zu Minute leiser und war daher auch bei den Erwachsenen sehr beliebt.

Sag es mit Blumen …

An diese Dinge musste Lidia Afanasjewna denken, weil auch jetzt gerade eine Art Stimmenfänger vor ihr stand, um den sich ein erweiterter Familienkreis versammelt hatte. Das neuerliche Arbeitstreffen, das Lutz anberaumt hatte, kreiste dieses Mal um ein Smartphone, an das zwei kleine Lautsprecherboxen angeschlossen waren. Allerdings schien der Stimmenfänger an diesem Tag noch nichts Anständiges zwischen die Zähne bekommen zu haben, denn es drang nur ein nichtssagendes Rauschen aus den Boxen.
Nervös wühlte Lutz in den Kartoffelchipstüten, die Leona mitgebracht hatte. „Und du bist dir wirklich sicher, dass diese Tatjana keinen Verdacht geschöpft hat?“ erkundigte er sich zum wiederholten Mal bei Julia.
„Ja – ganz sicher“, versicherte ihm diese. „Was sollte sie an den Blumen auch verdächtig finden? Die Karte, die wir beigelegt haben, war doch eine perfekte Tarnung: ‚Herzlichen Glückwunsch! Die Patienten Ihrer Station haben Sie zur beliebtesten Mitarbeiterin gewählt. Als Anerkennung für Ihre engagierte Arbeit senden wir Ihnen diesen Blumenstrauß.‘ Unterschrift: Die Geschäftsleitung. Wer sollte da schon misstrauisch werden?“
„Jemand, der weiß, dass solche Wahlen an seinem Arbeitsplatz gar nicht durchgeführt werden“, bemerkte Igor trocken.
Julia winkte ab. „Aber Papa! Dann bring Mama doch mal wieder einen Blumenstrauß mit! Jede Frau wird sich durch so was erst mal geschmeichelt fühlen …“
„… und dann ins Grübeln kommen: Was hat er jetzt wohl wieder angestellt?“ lachte Lidia Afanasjewna.
„Gut, aber Tatjana arbeitet doch noch gar nicht so lange in dem Krankenhaus. Das Grübeln wird bei ihr daher, wenn überhaupt, erst am nächsten Tag einsetzen, wenn sie wieder zur Arbeit geht und den Kollegen von der Ehrung erzählt“, verteidigte sich Julia. „Und selbst wenn dann niemand etwas von der Wahl weiß, wird sie vielleicht denken, dass einer der Ärzte ihr mit den Blumen heimliche Avancen machen will.“
Lutz blieb skeptisch. „Hast du noch sehen können, ob sie die Blumen im Wohnzimmer aufgestellt hat?“
„Nein“, musste Julia zugeben. „Aber wir haben sie doch extra in einer schönen Vase überreicht. So was stellt man doch wohl kaum auf dem Klo ab!“
„Außerdem hätten wir das auch längst gehört“, stellte Leona, an einem Chip nagend, fest.
‚Sag es mit Blumen …‘ Mit dem Abhörgerät, das Lutz in dem Blumenstrauß versteckt hatte, erhielten die Worte eine ganz neue Bedeutung. Nur leider, dachte Lidia Afanasjewna, blieben die Blumen eben stumm. Dabei war auch ihr der Plan, den Lutz ihnen präsentiert hatte, sehr vielversprechend erschienen.
Julia – die Einzige, die von Tatjana, Maxims Mitbewohnerin, noch nie gesehen worden war – sollte den verwanzten Blumenstrauß überbringen, durch den sie dann die Gespräche in der Wohnung mitverfolgen könnten. So wollten sie endlich herausfinden, ob und was das Kleinkriminellenpärchen mit dem Tod von Richard Groß und mit Leonas Krampfanfall zu tun hatte.
Hatten die beiden vielleicht auch bei dem Stromausfall im Reichstag ihre Hände im Spiel gehabt? War ‚OS‘ die Abkürzung für eine Geheimorganisation, der sie angehörten? Und von wem wurde diese geleitet, welche Ziele verfolgte sie? Wer waren die wahren Hintermänner und Auftraggeber des Dealers und seiner Braut?

Erlauschtes Geständnis

Nach einer weiteren Stunde, in der sie gelangweilt das Rauschen aus den Lautsprecherboxen durch das Knistern der Chipstüten zu übertönen versuchten, wurde das Programm endlich interessanter. Ein anderer, bislang nicht dagewesener Laut drang durch das Rauschen. Es klang, als würde jemand eine Tür öffnen und hinter sich ins Schloss fallen lassen. Dann war deutlich das Geräusch näher kommender Schritte zu hören.
„Tanja?“ fragte jemand in den Raum. „Bist du zu Hause? – Tanja! Tanjuschka!“
Es dauerte eine Weile, bis von irgendwoher ein undeutliches Nuscheln an den Stimmenfänger heranwehte. Aber es war viel zu schwach, als dass dieser es für wert erachtet hätte, von ihm erbeutet zu werden. So konnten sie die Antwort nicht verstehen.
„Hast du etwa geschlafen?“ fragte die Stimme des Heimkehrers, bei dem es sich offenbar um Maxim, Leonas Dealer, handelte. Wie seine Freundin hatte er so gut wie keinen Akzent – offenbar waren beide in Deutschland aufgewachsen oder schon als Kinder in die neue Heimat gekommen.
Ein herzhaftes Gähnen war die Antwort. „Ich hatte doch Nachtschicht gestern …“
„Dann trink erst mal ’ne Tasse Kaffee! In der Thermoskanne da müsste noch was drin sein. Fürs Essen ist auch gesorgt – ich hab‘ uns zwei Döner mitgebracht.“
„Döner? Zum Frühstück? Nee danke, die kannst du alleine futtern.“
„Sag mal – was sind denn das für Blumen da? Die waren doch heute Morgen noch nicht da!“
„Schön, nicht? Die hab‘ ich bekommen, weil ich zur beliebtesten Stationsschwester gewählt worden bin.“
Julia blickte triumphierend in die Runde. Aber die anderen waren zu angespannt, um auf sie zu achten. Außerdem war Maxims Misstrauen offenbar noch längst nicht ausgeräumt. „Aber du arbeitest da doch erst seit ein paar Tagen“, wunderte er sich. „Und dann auch nur als Aushilfe!“
„Na und? Die Patienten wissen die Abwechslung offenbar sehr zu schätzen. Wenn du die Dragoner sehen würdest, die da arbeiten …“
Stühle kratzten über den Boden, Teller klapperten, Schubladen wurden geöffnet. Dann war wieder Maxims Stimme zu hören. Schmatzend verkündete er: „Ich hab‘ übrigens den neuen Stoff besorgt. Du weißt schon: die Spezialmischung. Ich sag‘ dir, das Zeug pustet dir glatt die Lunge weg! Das wird diese Tunte unter Garantie nicht überleben.“
Ein kurzes Schweigen trat ein. In dem Wohnzimmer, das zum Abhörzentrum umfunktioniert worden war, schauten alle gebannt auf Leona. Ihre Augen waren weit aufgerissen, die Finger der linken Hand pressten sich krampfhaft gegen ihren Mund, ihr Lippenstift war verwischt. Sie sah aus, als hätte ihr jemand ins Gesicht geschlagen.
Schließlich fragte die zweite Stimme aus dem Stimmenfänger: „Brauchen wir den Stoff denn überhaupt noch? Ich meine: Ist der zweite Anschlag wirklich nötig?“
Der andere hustete. Offenbar hatte er sich verschluckt. „Hast du etwa Mitleid mit der Schlampe?“
„Nein … Das nicht … Ich hab‘ ja auch sofort die Aushilfsstelle in dem Krankenhaus angenommen, um das Ganze zu Ende zu bringen …“
„Was du dann ja leider verbockt hast …“
Die weibliche Stimme klang beleidigt: „Mit dem Inhalt der Spritze hätte jeder andere ein Ticket ins Jenseits gelöst! Aber wenn der Körper nun mal so an Amphetamin gewöhnt ist …“
„… – muss man halt die Dosis entsprechend erhöhen!“
„Eine zu hohe Dosis hätte Verdacht erregen können – das weißt du so gut wie ich!“

„Only the optimum gives me satisfaction!“

Wieder waren eine Zeitlang nur Schmatz- und Schlürfgeräusche zu hören. Wütend zischte Leona: „Na warte, Bürschchen! Wenn ich dich erwische … Ich trete dir zwischen die Eier, dass du quietschst!“
Ihr Busengebirge bebte, mühsam rang sie um Fassung. Mit gedämpfter Stimme – als könnten die Belauschten sie hören – fügte sie hinzu: „Entschuldigung – aber so jemand kann ja eigentlich noch froh sein, wenn man ihn als Eunuch weiterleben lässt.“
Nach einer Weile stellte Maxims Stimme mit versöhnlichem Klang fest: „Na, jedenfalls ist jetzt ja alles in Butter. Mit der neuen Mischung könnte man ’ne ganze Kompanie um die Ecke bringen. Als Nächstes kommt die Putze dran, und dann ist endlich Zahltag!“
Nun war es an Lidia Afanasjewna, zu erblassen. Dann hatte Lutz also doch Recht gehabt: Auch ihr trachtete man nach dem Leben!
Mitten in ihre aufgewühlten Gedanken hinein hörte sie Tatjana sagen: „Findest du es nicht übertrieben, dass wir jetzt auch noch auf alle Jagd machen sollen, die nur in der Nähe des Toten waren? Bei der kaffeebraunen Tussi kann ich das ja noch halbwegs verstehen. Die war schließlich mit diesem Richard Groß zusammen, dazu noch in Situationen, in denen man sich nicht so unter Kontrolle hat – vielleicht hat sie da wirklich was erfahren, was sie besser nicht wissen sollte. Aber die Putzfrau? Die hat den Toten doch nur gefunden! Die weiß doch gar nichts!“
„Unser Auftraggeber ist halt so ein Übervorsichtiger. Vergiss nicht, dass er mich nie direkt kontaktiert. Er verkehrt ausschließlich per Telefon mit mir – und das auch nur mit verstellter Stimme! Selbst seine Botin, die mir die Anzahlung gebracht hat, ist mir nur voll verschleiert begegnet! Ich habe sie sogar auf die übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen angesprochen, aber da hat sie nur irgendwas vor sich hingemurmelt, das ich gleich wieder vergessen habe. Was Englisches, glaube ich …“
„Wenn dein großer Unbekannter schon so megagenau ist, könnte er wenigstens schon mal etwas mehr Kohle rüberwachsen lassen. Schließlich hatten wir schon einiges an Auslagen.“
„Das hätte ich zwar auch gern, aber ich kann ihn da auch irgendwie verstehen. Wir haben den Job nun mal noch nicht ganz erledigt. Du würdest doch auch kein Geld für ein Auto bezahlen, das nicht fährt!“
„Also ich finde, wenn man so genaue Vorstellungen hat, muss man sich das auch was kosten lassen. Oder man kümmert sich eben selbst um die Sache!“
„Den Job mit der Putzfrau wollte er ja selbst erledigen! Aber dann ist ihm – oder seiner Helfershelferin – im letzten Moment dieser Security-Typ ins Gehege gekommen.“
„Ja, weil die Ausführung des Plans völlig dilettantisch war! Wenn ich so etwas vorhätte, würde ich …“
„Jetzt ist mir der Satz wieder eingefallen!“
„Welcher Satz denn?“
„Der, den die Frau im Niqab gesagt hat, als ich sie auf ihre übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen angesprochen habe. ‚Only the optimum gives me satisfaction‘, hat sie gemurmelt. Ja, genau: Das waren ihre Worte!“

Ein verdächtiger Waffenvermittler

‚Optimum‘ … ’satisfaction‘ … – O.S.! Lidia Afanasjewna war die Erste, der die Verbindung zu den Zeichen unter der Klobrille auffiel. Ohne etwas zu sagen, sprang sie von ihrem Platz auf und eilte an ihren Computer.
„Was ist denn mit dir los?“ wunderte sich Igor. „Hast du Angst, die neusten Katzenvideos zu verpassen?“
Unbeirrt hackte Lidia Afanasjewna auf der Tastatur herum. „Denk doch mal nach: ‚Oooptimum‘ plus ‚Sssatisfaction‘ – na, ist der Groschen gefallen?“
Jetzt hatten alle verstanden. Einer nach dem anderen erhob sich, bis sie sich im Halbkreis hinter Lidia Afanasjewna versammelt hatten und mit ihr auf den Monitor starrten.
Tatsächlich fand sich im Netz eine Firma namens „Ossatis“, die den von Maxim zitierten Satz als Leitspruch nutzte. Ein Klick, und Lidia Afanasjewna befand sich auf deren Website. Ein weiterer Klick auf „About us“ führte sie zu folgendem Selbstporträt:

„Sie möchten sich eine neue Waffe zulegen? Dann stehen Sie in Deutschland schon mit einem Bein im Gefängnis! Unser Grundgesetz garantiert uns zwar das ‚Recht auf körperliche Unversehrtheit‘. Das Recht, dieses Recht zu verteidigen, gesteht es uns jedoch nicht zu. Die Folge: Der Waffenmarkt leidet hierzulande unter einem Übermaß an Reglementierung und Kontrolle.
Für den Käufer einer Waffe stellt sich daher nicht nur, wie bei jedem anderen Kauf, die Frage: Wie finde ich das beste Produkt? Vielmehr muss er sich auch fragen: Wo finde ich überhaupt geeignete Produkte? Welche kann ich legal erwerben? Wer hilft mir, technische Details und das Preis-Leistungs-Verhältnis adäquat zu beurteilen?
Der Käufer eines ganz banalen Selbstschutzinstruments sieht sich demnach mit einem ganzen Dschungel an Problemen konfrontiert. Wir von OSSATIS möchten Ihnen dabei helfen, sich in diesem Dschungel zurechtzufinden.
Unseren Kunden bieten wir ein Rundum-Sorglos-Paket an. In einem vertraulichen Gespräch klären wir ab, welche Waffe sich für Ihre Zwecke am besten eignet und welcher Anbieter Ihnen die günstigsten Konditionen bietet. Auf Wunsch können Sie das Produkt auch über uns bestellen und sich frei Haus liefern lassen.
Kontaktieren Sie uns! Es lohnt sich!
Eine Kaufverpflichtung besteht selbstverständlich nicht. Wenn Sie sich nach einer ausführlichen Beratung gegen einen Kauf entscheiden, zahlen Sie nur einen Unkostenbeitrag für unsere Dienste. Unseren reich bebilderten Katalog mit Angeboten aus aller Welt können Sie in jedem Fall behalten.“

Oben und unten auf der Seite fand sich der Leitspruch der Firma: „OSSATIS – Only the Optimum gives us Satisfaction.“ Er fungierte als Rahmen für das Firmenlogo, eine stilisierte Weltkugel, die von zwei entschlossen dreinblickenden Revolverhelden beschützt wurde. Darunter gab es noch spezielle Hinweise für Geschäftskunden. Mit einem Klick auf das Stichwort rief Lidia Afanasjewna die ergänzenden Informationen auf. Gemeinsam lasen sie:

„Auch Kunden, die größere Waffenlieferungen abzuwickeln haben, sind bei uns in besten Händen. Durch die Büros, die wir in zahlreichen Ländern unterhalten, sind wir in allen Boomregionen der Welt gut vernetzt. So können wir Ihnen wertvolle Hilfe bei der Anbahnung von Waffengeschäften, aber auch bei der Erteilung der nötigen Ein- und Ausfuhrgenehmigungen anbieten.
Gerade in Ländern, in denen die internationalen Rechtsnormen noch nicht hinreichend etabliert sind, kann eine solche Unterstützung von unschätzbarem Vorteil sein. Wir kennen die richtigen Ansprechpartner, unsere Leute vor Ort sprechen die Sprache, die diese verstehen!“

Horni – eine neue Spur

„Aha“, kommentierte Lutz. „Mit anderen Worten: Wir sagen euch, in welche aufgehaltenen Hände ihr wie viele Bakschisch-Münzen fallen lassen müsst.“
Lidia Afanasjewna starrte weiter unverwandt auf den Bildschirm. Der Verteidigungsausschuss, Waffenlieferungen an die Ukraine, ein dubioses Unternehmen, das sich als Vermittler in Waffengeschäften andiente – das passte alles irgendwie zusammen. Nur ein schlüssiges Bild ergab sich daraus noch nicht.
Wenn diese obskure Firma namens „Ossatis“ am Handel mit Waffen verdiente und Richard Groß den Export von Rüstungsgütern in die Ukraine unterstützt haben sollte – welches Interesse sollte das Unternehmen dann an dessen Tod haben? Niemand schlachtete doch die Gans, von deren goldenen Eiern er lebte!
Mechanisch klickte Lidia Afanasjewna auf der Firmenwebsite die Spalte „Unsere Mitarbeiter“ an. Auffallend war zunächst, dass das Unternehmen in der Tat weltweit zu agieren schien. Außer der Berliner Zentrale gab es mehrere regionale Vertretungen in Europa, dazu Dépendancen in Osteuropa und auf allen anderen Kontinenten. Ob es sich dabei um real existierende Büros oder um bloße Briefkastenfirmen handelte, konnte der Computer einem allerdings nicht sagen.
Die Mitarbeiter der Zentrale stellten sich sogar mit Fotos vor. Der Firmengründer war ein smarter Jungunternehmer mit dezent zurückgegelten Haaren, Hornbrille und locker sitzender Krawatte.
Als Leona das Foto sah, stieß sie einen Schrei aus: „Das ist ja der Horni! Das heißt: Eigentlich heißt er Horst Norbert, aber ich nenne ihn immer Horni, weil … Na ja, ihr wisst schon …“
Lutz sah sie ungläubig an. „Willst du etwa sagen, dass das auch ein Kunde von dir ist?“
Leona warf ihm einen koketten Blick zu. „Es spricht sich eben rum, wenn jemand noch echte Qualitätsarbeit anbietet – solltest du auch mal ausprobieren …“
„Sag mal“, erkundigte sich Julia, „wo du diesen … diesen Horni doch näher kennst: Würdest du ihm zutrauen, Mordaufträge zu erteilen – und seine Mitarbeiterin dazu zu bringen, sich in einem Niqab zu verkleiden?“
„Dem Horni?“ Leona lachte. „Aber sicher doch! Der ist geradezu versessen auf Verkleidungen. Ohne unseren kleinen Privat-Karneval würden ihm doch unsere ganzen Spielchen“ – Leona gab dem Wort eine ganz eigene, verheißungsvolle Betonung – „gar keinen Spaß machen.“
„Dann scheint das wohl unser Mann zu sein“, sinnierte Lidia Afanasjewna.
Leona sah sie entsetzt an. „Du meinst – der Mörder? Der Ober-Fiesling? Der, der den Richie getötet hat und uns alle gleich mit umbringen will? Das wäre ja schauderhaft! Ich meine: Da bist du so eng mit jemandem zusammen, du kennst jedes Härchen an seiner Brust, und dann dreht der sich um und erteilt kaltblütig den Befehl, dich umzulegen.“
Sie schüttelte sich: „Brrr – da fröstelt’s mich ja richtig!“
„Gut – aber warum sollte er das getan haben?“ fragte Igor. „Das ergibt doch alles keinen Sinn! Wenn ihr mich fragt, sollten wir die Angelegenheit ohnehin ab sofort der Polizei überlassen. Das ist jetzt langsam eine Nummer zu groß für uns.“
Lutz schüttelte energisch den Kopf. „Nichts da! Da werde ich nur wieder wegen meiner ‚Stasi-Methoden‘ an den Pranger gestellt. Und am Ende passiert dann nüscht, außer dass mir mal wieder ein Verfahren aufgebrummt wird – haben wir alles schon gehabt. Nein, jetzt führen wir die Ermittlungen auch zu Ende!“
„Und wie willst du das machen?“ wollte Julia wissen. „Meinst du etwa, dieser Horni bricht einfach zusammen wie früher die Bespitzelten in euren Stasi-Verhörräumen, wenn ihr sie mit euren Vorwürfen konfrontiert habt?“
Aber Lutz ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Ich hatte da eher an etwas anderes gedacht“, deutete er, ein spitzbübisches Lächeln auf den Lippen, an.

English Version

The Voice Catcher

Lutz decides to wiretap the suspicious couple discovered during the chain observation. This indeed brings frightening things to light.

A Sneaky Cave Creature

In the past, when the family sat together in front of the television in Russia, Lidia Afanasyevna’s grandmother had sometimes remembered the times before the television age. What the television is today, she used to say, was the radio back then – a clunky apparatus around which people gathered just as they did around the television later on.
For her, the radio had always been a little scary, her grandmother had confessed. She had imagined that an insidious little creature captured the voices of those who came too close to it and then ate them with relish in its cave.
Lidia Afanasyevna could still remember the incredulous amazement with which they had listened to their grandmother’s stories as children. And she still recalled the half-amused, half-mischievous face of her grandfather, who had enjoyed elaborating on his wife’s stories.
Again and again he had hinted that the voice catcher must still be in the house – because after all, the old radio was still in the kitchen. Moreover, voice catchers would also be lurking in the TV set. If you weren’t careful, he suggested, you could even get sucked into the world of television – which, however, might even be better than having to go through life without a voice.
When the grandchildren had stared at the grandfather with a pleasurable shudder and Lidia Afanasyevna’s mother had given him a reprimanding look, the grandfather had sometimes become philosophical. The voice catcher’s actions, he had then expounded, might seem cruel at first glance. But one should not forget that it was its nature to lie in wait for voices. Cats eat mice, lions hunt gazelles, big fish devour small fish – and voice catchers feed on voices. It’s not their fault, God created them that way.
Eat and be eaten, that’s the way it is, that’s what it looks like, the beautiful creation – this was the grandfather’s conclusion. And with that, he, the convinced atheist, had once again, quite incidentally, denigrated the good Lord to his grandchildren – much to the annoyance of his wife, who resolutely objected to interpreting her stories in such a nihilistic way.
As children, Lidia Afanasyevna recalled, they had overcome their fear of the voice catcher by playing a game in which they had to sneak past the device with the little hunter hidden inside. While doing so, the players were not allowed to make the slightest sound.
The other participants in the game, however, tried their best to thwart the success of the mission. They insulted you, they asked you questions that made it difficult to refuse the answer, they eloquently offered you things that you could hardly reject. If you fell into one of the traps laid out, you lost your voice for the rest of the game. In the end, the winner was the one who had resisted the temptations to speak the longest. The game thus became quieter with each passing minute and was therefore also very popular among the adults.

Say it with flowers …

Lidia Afanasyevna felt reminded of these things because a kind of voice catcher was standing in front of her even now, with an extended family circle gathering around it. The new strategy meeting that Lutz had arranged revolved around a smartphone to which two small loudspeakers were connected. However, the voice catcher didn’t seem to have gotten anything decent between its teeth that day: from the speakers, only an indefinite hissing emanated.
Nervously, Lutz rummaged through the potato chip bags Leona had brought along. „And you’re really sure that this Tatyana didn’t suspect anything?“ he asked Julia once more.
„Yes – one hundred percent,“ she assured him. „What should she find suspicious about the flowers? The card we enclosed was a perfect camouflage after all: ‚Congratulations! The patients of your ward have voted you the most popular staff member. In recognition of your dedicated work, we send you this bouquet of flowers.‘ Signature: ‚The management‘. Who would be distrustful of that?“
„Someone who knows that such elections are not held at his workplace,“ Igor remarked dryly.
Julia waved it off. „Oh come on, Dad! You just should buy mum a bouquet of flowers again! Every woman will spontaneously feel flattered by something like that …“
„… and then start brooding: What kind of mischief has he got into?“ laughed Lidia Afanasyevna.
„Okay, maybe there will be some brooding. But since Tatyana hasn’t been working at the hospital that long, the brooding will only occur the next day, when she goes back to work and tells her colleagues about the honour,“ Julia defended herself. „And even if no one knows about the voting then, she might think that one of the doctors is secretly making advances to her with the flowers.“
Lutz remained sceptical. „Did you still get to see if she put the flowers in the living room?“
„No,“ Julia had to admit. „But we delivered them specially in a nice vase. You’d hardly put something like that in the toilet!“
„Besides, we would have heard that by now, too,“ Leona stated, gnawing on a chip.
‚Say it with flowers …‘ With the bugging device Lutz had hidden in the bouquet, the words took on a whole new meaning. But unfortunately, Lidia Afanasyevna thought, the flowers remained silent – although the plan that Lutz had presented to them had seemed very promising to her as well.
Julia – the only one who had never been seen by Tatyana, Maxim’s flatmate – had to deliver the bugged bouquet of flowers, through which they would then be able to follow the conversations in the flat. That way they would finally find out if and what the petty criminal couple had to do with the death of Richard Gross and with Leona’s seizure.
Had the two of them perhaps also been involved in the power failure in the Reichstag? Was ‚OS‘ the abbreviation for a secret organisation to which they belonged? And who was running it, what were its aims? Who were the real backers and instigators of the dealer and his bride?

Wiretapped Confession

After another hour, during which they boredly tried to drown out the noise from the loudspeakers with the crackling of the chip bags, the programme finally became more interesting. Another sound, unprecedented so far, emanated from the loudspeakers. It sounded like someone opening a door and letting it fall into the lock behind him. Then the sound of approaching footsteps was clearly heard.
„Tanya?“ someone asked into the room. „Are you at home? – Tanya! Tanya!“
It took a while until an indistinct murmur reached the voice catcher from somewhere. But it was far too faint for the latter to consider it worth catching. So they could not understand the answer.
„You weren’t asleep, were you?“ asked the voice of the returnee, who was obviously Maxim, Leona’s dealer. Like his girlfriend, he had almost no accent – apparently both had grown up in Germany or had come to their new homeland as children.
A hearty yawn was the answer. „Of course I was – I worked the night shift …“
„Then have a cup of coffee first! There should still be some in the thermos flask. And food is also catered for – I’ve brought us two kebabs.“
„Kebabs? For breakfast? No thanks, you can eat them all by yourself.“
„By the way – where do these flowers come from?“
„They’re nice, aren’t they? I got them because I was voted most popular ward sister.“
Julia looked around triumphantly. But the others were too tense to pay attention to her. Besides, Maxim’s mistrust was obviously far from settled. „But you’ve just been working there for a few days,“ he wondered. „And then only as a temp!“
„So what? The patients obviously appreciate the diversion. If you could see the dragons working there…“
Chairs scraped across the floor, plates clattered, drawers were opened. Then Maxim’s voice was heard again. Smacking his lips, he announced: „I got the new stuff, by the way. The special mixture, if you know what I mean. I tell you, this stuff really blows your lungs out! This time that faggot won’t survive for sure.“
A brief silence fell. In the living room, which had been turned into a wiretapping center, everyone looked spellbound at Leona. Her eyes were wide open, her left hand was pressed to her mouth, her lipstick smudged. She looked as if someone had punched her in the face.
Finally, the second voice asked out of the voice catcher: „Do we need the stuff at all? I mean: Is the second attack really necessary?“
The other coughed. Apparently he had choked on something. „Are you feeling sorry for the bitch?“
„No … Of course not … Remember I immediately took the temporary job in the hospital to finish the whole thing …“
„Which you then screwed up, unfortunately …“
The female voice sounded offended: „With the injection, anyone else would have got a ticket to the afterlife! But if the body is so used to amphetamine …“
„… – you just have to increase the dose accordingly!“
„Too high a dose could have aroused suspicion – you know that as well as I do!“

„Only the Optimum Gives Me Satisfaction!“

Again, only smacking and slurping noises could be heard for a while. Angrily Leona hissed: „Just you wait, boy! If I catch you … I’ll kick you between the balls till you squeal!“
Her bosom mountains quivered, she could hardly compose herself. In a muffled voice – as if the two culprits could hear her – she added: „Excuse me – but someone like that can actually be happy if you let him live on as a eunuch.“
After a while, Maxim’s voice sounded conciliatory again: „Well, at least everything is in order now. With the new mixture, you could kill a whole army. Next it’s the cleaning lady’s turn, and then it’s payday at last!“
Now it was Lidia Afanasyevna who turned pale. So Lutz had been right after all: her life was in danger, too!
While she was still thinking about the consequences this would have for her, she heard Tatjana say: „Don’t you think it’s a bit excessive that we are now supposed to hunt down everyone who was just close to the dead politician? As far as the coffee-brown chick is concerned, I can understand that halfway. After all, she was a playmate of this Richard Gross, and what’s more, in situations where you can’t really control yourself – maybe she really did find out something she wasn’t supposed to know. But the cleaning lady? She only found the dead man! What should she know that could be dangerous to anyone?“
„Our client is just such an overcautious person. Don’t forget that he never contacts me directly. He only communicates with me by phone – and always in a disguised voice! Even the woman who brought me the down payment only met me in full disguise! When I asked her about her boss’s exaggerated precautions, she just mumbled something that I immediately forgot.“
„If that unknown master is so fussy about everything, he could at least cough up a little more dough. After all, we’ve already had quite a few expenses.“
„I would like that too, but on the other hand I can understand him somehow. We haven’t quite finished the work yet, that’s a fact, unfortunately. You wouldn’t pay money for a car that doesn’t run either!“
„Well, I think if someone has such precise ideas, he should also pay for it. Or he should just take care of it himself!“
„Actually, he wanted to do the job with the cleaning lady himself! But then that security guy got in his way at the last moment.“
„Yes, because the execution of the plan was completely amateurish! If I were to do something like that, I would …“
„Now I can remember the sentence again!“
„Which sentence?“
„The one the woman in the niqab said when I asked her about the excessive precautions. ‚Only the optimum gives me satisfaction,‘ she muttered. Yes, exactly: those were her words!“

A Suspicious Arms Brokering Company

‚Optimum‘ … ’satisfaction‘ … – O.S.! Lidia Afanasyevna was the first to notice the connection to the signs under the toilet seat. Without saying anything, she jumped up from her seat and hurried to her computer.
„What’s the matter with you?“ wondered Igor. „Are you afraid you’ll miss the latest cat videos?“
Unperturbed, Lidia Afanasyevna hacked away at the keyboard. „Just think: ‚Oooptimum‘ plus ‚Sssatisfaction‘ – well, has the penny dropped?“
Now everyone understood. One by one they rose until they had gathered in a semicircle behind Lidia Afanasyevna and were staring at the monitor with her.
In fact, a company called „Ossatis“ was found on the net, which used the sentence quoted by Maxim as its motto. One click, and Lidia Afanasyevna found herself on their website. Another click on „About us“ led her to the following self-portrait:

„You want to buy a new gun? Then you already have one foot in prison in Germany! Our constitution does guarantee us the ‚right to physical integrity‘. However, it does not grant us the right to defend this right. As a result, the arms market in this country suffers from excessive regulation and control.
For the buyer of a weapon, therefore, the question is not only, as with any other purchase: How do I find the best product? Rather, he must also ask himself: Where can I find suitable products at all? Which ones can I buy legally? Who can help me adequately assess technical details and the price-performance ratio?
The buyer of a quite banal self-protection instrument is thus confronted with a whole jungle of problems. We at OSSATIS would like to help you find your way through this jungle.
We offer our customers an all-round carefree package. In a confidential consultation, we clarify which weapon is best suited for your purposes and which supplier offers you the most favourable conditions. If you wish, you can also order the product through us and have it delivered free to your door.
Contact us! It is worth it!
Of course, there is no obligation to buy. If you decide against a purchase after a detailed consultation, you only pay a contribution towards expenses for our services. In any case, you can keep our richly illustrated catalogue with offers from all over the world.“

At the top and bottom of the page the company’s motto appeared: „OSSATIS – Only the Optimum gives us Satisfaction“. It served as a frame for the company logo, a stylised globe protected by two determined looking gunslingers. Underneath, special notes for business customers could be found. With a click on the keyword, Lidia Afanasyevna called up the additional information. Together they read:

„Clients who have to transact larger arms deliveries are also in the best hands with us. Through the offices we maintain in numerous countries, we are well networked in all boom regions of the world. This enables us to offer you valuable assistance in the initiation of arms deals, but also in the issuing of the necessary import and export licences.
Especially in countries where international legal norms are not yet sufficiently established, such support can be an inestimable advantage. We know the right people to contact, our local staff speak the language they understand!“

Horni – a New Clue

„I see,“ Lutz commented. „In other words: We’ll tell you into which hands you have to drop how many baksheesh coins.“
Lidia Afanasyevna continued to stare unblinkingly at the screen. The Defence Committee, arms supplies to Ukraine, a dubious arms brokering company – it all fitted together somehow. Only a conclusive picture did not yet emerge.
If this obscure company called „Ossatis“ earned money from arms trading and Richard Gross should have supported the export of arms to Ukraine – what interest should the company have in his death? Nobody slaughtered the goose whose golden eggs he lived on!
Lost in thouhgt, Lidia Afanasyevna clicked on the column „Our employees“. The first thing that struck her was that the company did indeed seem to operate worldwide. Apart from the Berlin headquarters, there were several regional offices in Europe, as well as branches in Eastern Europe and on all other continents. However, the computer could not tell her whether these were real offices or mere letterbox companies.
The employees at the head office even introduced themselves with photos. The company founder was a smart young entrepreneur with discreetly slicked-back hair, horn-rimmed glasses and a loose-fitting tie.
When Leona saw the photo, she let out a scream: „Hey! That’s Horni! That is, his real name is Horst Norbert, but I always call him Horni because … Well, you know …“
Lutz looked at her incredulously. „Are you saying that’s a client of yours too?“
Leona gave him a flirtatious look. „Word just gets around when someone still offers real quality work – you should try it sometime …“
„Tell me,“ Julia inquired, „since you know this … this Horni better: Could you imagine him commissioning a murder – and having his employee disguise herself in a niqab?“
Leona nodded emphatically: „Horni loves disguises. In fact, he‘ s even obsessed with them. Without our private carnival, all our little games“ – Leona gave the word a very special, promising emphasis – „wouldn’t be any fun for him.“
„Then that’s probably the one we’re searching for,“ mused Lidia Afanasyevna.
Leona looked at her in horror. „You mean – the murderer? The top bad guy? The one who killed Richie and now wants to kill all of us? That really would be gruesome! I mean: You’re so close to someone, you know every hair on his chest, and then he turns around and cold-bloodedly gives the order to kill you.“
She shook herself: „Brrr – that really gives me the shivers!“
„Okay – but why would he have done that?“ asked Igor. „None of this makes any sense! If you ask me, we should leave the matter to the police from now on anyway. This is getting a bit out of our league now.“
Lutz shook his head vigorously. „No way! Then I’ll only get pilloried again because of my special investigation techniques. And in the end, nothing happens, except that I’m once again forced to stand trial – we’ve had that all before. No – what you start, you have to finish. This investigation is and remains our business.“
„And what are you going to do to get this Horni to confess?“ asked Julia. „Do you think he’ll just break down like the people in your GDR interrogation rooms did when you confronted them with your accusations?“
But Lutz was not to be deterred. „I was thinking of something else,“ he hinted, a mischievous smile on his lips.

Bilder / Images: Ih: Collage; Alexander Lenitzky: Waffe/ Rifle (Pixabay)

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