Eine literarische Reise mit Ilka Hoffmanns Tagebuch eines Schattenlosen/8
Nach einer Aktion der Dunkelmänner, die der Verhinderung eines Krieges dienen sollte, befindet Theo sich in einer scheinbar ausweglosen Lage. Soll er also die Notfalluhr betätigen, mit der man sich in solchen Fällen angeblich in eine andere katapultieren kann?
Worum es geht
In dem dreiteiligen Tagebuchroman erzählt Theo C. von dem Abenteuerlabyrinth, in das er nach dem Verlust seines Schattens hineingerät. Ein mysteriöser Händler versucht, ihm einen neuen Schatten zu verkaufen, er gerät an einen obskuren Geheimbund von Schattenlosen und wird schließlich quer durch die Zeit katapultiert.
Leseprobe: Das Funkeln des Zeitrads
Ich weiß keinen Ausweg mehr. Ist das nicht genau eine jener Situationen, für die diese mysteriöse Zeitreise-Uhr gedacht ist? Soll ich es also wagen, am Rad der Zeit zu drehen? Oder muss ich dafür erst warten, bis ich konkret angegriffen werde?
Natürlich kommt mir der Gedanke, einfach mal so in eine andere Zeit zu hüpfen, noch immer völlig abwegig vor. Andererseits – wenn ich noch länger warte, könnte es selbst für einen Versuch zu spät sein.
Und schließlich ist ja auch das Trio, das mit mir die Aktion durchgeführt hat, spurlos verschwunden? Haben die drei also tatsächlich zum Sprung durch die Zeit angesetzt? Befinden sie sich irgendwo im tiefsten Mittelalter? Oder in einer unvorstellbar fernen Zukunft?
Um das herauszufinden, gibt es nur eine Möglichkeit: Ich muss die Uhr selbst ausprobieren. Ich muss sie anziehen und dieses mysteriöse Rouletterad an ihrem Rand in Gang setzen.
Noch liegt die Uhr vor mir auf dem Tisch. Gerade fällt ein Sonnenstrahl durch das Fenster und lässt sie leuchten wie eine auf der Erde gestrandete Sonne. Oder vielmehr: wie ein ganzes Universum voller Sonnen.
Die Ziffern funkeln mich an mit der geheimnisvollen Aura unendlich weit entfernter Welten. Ein Zauber geht von ihnen aus, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Je länger ich auf die Uhr starre, desto mehr nimmt sie mich auf in ihren Zahlenreigen, desto mehr habe ich den Eindruck, mich längst auf ihrem Karussell einer anderen Zeit entgegenzudrehen.
Soll ich ihren Verlockungen nachgeben? Soll ich es wirklich wagen, zum Flug durch die Zeit anzusetzen?
Podcast, Teil II:
Episode 7:
Aus ihren Meditationen ziehen die Dunkelmänner die Kraft für politische Aktionen. An einer davon soll auch Theo teilnehmen. Er fühlt sich geschmeichelt, obwohl er an Sinn und Zweck der Aktion zweifelt.
Episode 8:
Das Thema einer „Grassroots-Meditation“ erinnert Theo an eine alte Tante, die ihm in seiner Jugend immer mal wieder Geld zugesteckt hat. Der Gedanke an sie ist allerdings auch mit einer sehr beschämenden Erinnerung verbunden.
Episode 9:
Die Aktion, mit der die Dunkelmänner den Ausbruch eines Krieges verhindern wollen, verläuft zunächst nach Plan. Dann aber geschieht etwas Unvorhergesehenes.
Interview mit Ilka Hoffmann (PDF, S. 20 – 26)
Bild: Pete Linforth (TheDigitalArtist): Zeitmaschine (Pixabay)