Grassroots-Meditationen/3 / Grassroots Meditations/3

Tagebuch eines Schattenlosen/2: Der Blackout/6 / Diary of a Shadowless Man/2: The Blackout/6

Es ist wieder Zeit für eine Grassroots-Meditation. Dieses Mal weckt das Thema ausgesprochen düstere Erinnerungen in Theo.

Another evening with a Grassroots Meditation. This time, the topic awakens distinctly dark memories in Theo.

Mittwoch, 4. Oktober

Was für ein düsterer Meditationsabend das gestern Abend doch war! Was hat George sich nur dabei gedacht? So kurz vor dem Beginn unserer großen Aktion hätte sie bei der Wahl des Meditationsthemas durchaus etwas sensibler vorgehen können. Ich hätte wirklich noch etwas Zuspruch gebrauchen können – und sei es auch nur in Form einer irgendwie ermutigenden, optimistisch stimmenden Meditation.
Stattdessen ist das genaue Gegenteil eingetreten. Die Grassroots-Meditation war wie ein langsam wirkendes Gift, das sich heimtückisch in meine Gedanken geschlichen und alles mit einem düsteren Schleier überzogen hat.

„Mein Vertrauter ist nur noch die Finsternis.“

Das Thema der Meditation lautete:

Gebeugt bin ich und todkrank von früher Jugend an,
deine Schrecken lasten auf mir und ich bin zerquält.
Du hast mir die Freunde und Gefährten entfremdet;
mein Vertrauter ist nur noch die Finsternis
.“

Die Worte drangen in mich ein wie ein Stein, der auf ein tiefes Gewässer aufschlägt. Sie wühlten etwas in mir auf, gegen das ich einen heftigen Widerwillen empfand.
Am liebsten wäre ich aufgestanden und gegangen. Der geballten Konzentration um mich her und dem angestrengten Blick meiner Mitmeditierenden in den Spiegel der eigenen Gedanken konnte ich mich jedoch nicht entziehen. So stellte ich mich am Ende doch den in mir aufsteigenden Bildern.
Sobald ich meinen Widerstand gegen die Worte aufgab, formte sich allmählich ein Gesicht aus ihnen: das Gesicht von Tante Lissy. Ich muss etwa 16 gewesen sein, als meine Mutter mich bat, ihr den Krankenhausbesuch bei der Tante abzunehmen. Sie selbst musste sich um meine jüngere Schwester kümmern, die mit einer fiebrigen Erkältung im Bett lag.
Es klang nach einer leichten Aufgabe. Ich sollte der Tante ein paar Zeitschriften und etwas Obst vorbeibringen, außerdem zwei Tüten mit Cashew-Kernen, die sie für ihr Leben gern aß.
„Vielleicht kannst du Tante Lissy ja etwas aufheitern“, hatte meine Mutter mir noch mit auf den Weg gegeben. „Sie war in letzter Zeit immer so düsterer Stimmung, wenn ich sie besucht habe.“
„Tante“ Lissy war eigentlich gar nicht meine Tante, sondern nur eine von diesen entfernten älteren Verwandten, die man der Einfachheit halber so nennt, weil es für die Bande, die einen mit ihnen verknüpfen, kein passendes Wort gibt. Sie muss damals um die 80 gewesen sein und entsprach genau dem, was man wohl als „rüstige Rentnerin“ bezeichnen würde. Sie liebte es, auf Reisen zu gehen, und scheute auch vor beschwerlicheren Abenteuern nicht zurück.
Wenn ich mich recht erinnere, war ihre letzte große Reise damals gerade erst ein paar Monate her: eine mehrtätige Busreise, auf der sie mitten im Hochsommer die griechische Inselwelt erkundet hatte. Kurz danach hatte sie eines Morgens plötzlich furchtbare Kopfschmerzen. Sie musste sich hinlegen, konnte dann aber nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen und nur mit Mühe sprechen.
Die Diagnose – Schlaganfall! – war umso vernichtender, als Tante Lissy allein lebte. Als sie sich endlich zum Telefon schleppen und den Notarzt rufen konnte, war es für die meisten lindernden Maßnahmen schon zu spät.
So siechte sie langsam dahin: Vom Krankenhaus kam sie in die Reha-Klinik, wo sie wieder notdürftig sprechen lernte und sich mühsam dazu aufraffte, sich wenigstens innerhalb ihres Zimmers an Krücken zu bewegen. Kaum war sie aus der Reha-Klinik entlassen, traf sie jedoch ein erneuter Schlaganfall. Also landete sie abermals im Krankenhaus. Dort lag sie schon über zwei Wochen, als meine Mutter mich zu ihr schickte.
Ich selbst hatte keine engere Beziehung zu Tante Lissy. Ich glaube, sie war so etwas wie eine Cousine zweiten Grades meiner Großmutter. Da sie selbst keine Kinder hatte, war sie dieser eine Zeit lang bei der Kindererziehung zur Hand gegangen. Daher kam auch die Verbindung zu meiner Mutter, für die Tante Lissy eine Art von zweiter Mutter war.
Für mich war Tante Lissy in erster Linie eine bequeme Geldquelle, deren Versiegen ich in letzter Zeit schon schmerzlich bemerkt hatte. Mein Besuch im Krankenhaus war denn auch mit der festen Absicht verbunden, sie sanft auf meine schwierige Finanzlage hinzuweisen.
Als ich aber auf der Station ankam, auf der Tante Lissy untergebracht war, fand ich ihr Bett verwaist vor. Weil die andere Frau in dem Zimmer gerade schlief, wollte ich die Stationsschwester fragen, wohin Tante Lissy verlegt worden war.
Kaum war ich auf den Flur hinausgetreten, hörte ich jedoch von irgendwoher ein Rufen, in dem ich deutlich die lallende, vom Schlaganfall geschädigte Stimme Tante Lissys erkannte. „Mama!“ rief sie. „Hilf mir, Mama, Hilfe!“
Die Stimme, die ohne Unterlass weiter um Hilfe und nach „Mama“ rief, in einem mal lauter, mal leiser werdenden kehligen Singsang, zog mich magisch an. Wie in Trance ging ich in die Richtung, aus der sie zu hören war.
Ich fand Tante Lissy in einer engen Kammer am Ende des Gangs, die von dem Krankenbett fast in ihrer ganzen Breite und Länge ausgefüllt wurde. Zu beiden Seiten des Bettes standen Reinigungsgeräte aller Art: Schrubber, Wischmopps, Staubsauger sowie verschiedene Arten von Besen und Bürsten. An den Wänden waren zweireihige Regale angebracht, auf denen sich Schwämme, Lappen und diverse Reinigungsmittel stapelten.
Als Tante Lissy mich sah, stieß sie einen Schrei des Entsetzens aus und rief mit ihrer verwaschenen, von den Schlaganfällen gezeichneten Stimme: „Nein! Ich will nicht! Lasst mich! Lasst mich!“
Ich versuchte sie zu beruhigen: „Aber Tante Lissy! Ich bin’s doch – dein Neffchen!“ So nannte sie mich bei ihren Besuchen manchmal.
Erst später erinnerte ich mich an die Klageweiber, die sie – wie sie uns schaudernd erzählt hatte – bei ihrem Griechenlandbesuch auf einem Dorffriedhof gesehen hatte. Da ich an dem Tag meine grauschwarze Regenjacke anhatte, ist es gut möglich, dass sie in mir eine dieser traditionellen Trauerfrauen gesehen hat.
Meine Stimme schien gar nicht zu Tante Lissy durchzudringen. Fortwährend murmelte sie: „Ich will nicht ster¬ben, ich will nicht, lasst mich, ihr sollt mich loslassen …“
Sie stammelte mehr, als dass sie redete, so dass ich sie nur mit Mühe verstehen konnte. Die Konsonanten sprach sie fast gar nicht aus, wodurch sich ihre Worte wie eine einzige langgezogene Klage anhörten.
Nachdem sie sich zunächst halb im Bett aufgerichtet hatte, um die Klageweiber abzuwehren, sank Tante Lissy kraftlos in ihr breites Kissen zurück. Wie Treibsand nahm die weiche Masse ihren Kopf in sich auf.
Eine Weile lang starrte sie mit weit aufgerissenen Augen die Decke an, von wo eine matte Glühbirne ihr eingefallenes Gesicht beschien. Dann schloss sie die Augen, wie um zu schlafen, öffnete sie aber gleich darauf wieder, während ihre Lippen sich zu einem angestrengten Murmeln verzogen: „Der Priester … ich muss doch … ich muss doch … Mama, hilf mir! Mama …“
Ich erinnerte mich daran, dass Tante Lissy gläubig war. Froh um den Vorwand, die Kammer zu verlassen, wollte ich mich auf den Weg zur Stationsschwester machen, um die Angelegenheit mit ihr zu besprechen. Da stieß Tante Lissy plötzlich ein ersticktes Röcheln aus. Ich zuckte zusammen und drehte mich nach ihr um.
Gebannt blickte ich auf ihren nach hinten zurückgesunkenen Kopf, auf ihren halb geöffneten Mund, aus dem die Zunge hervortrat wie ein Fisch, der leblos an der Wasseroberfläche treibt. Ihr Oberkörper wurde förmlich in das Bett gepresst von der Heftigkeit des stoßweisen Atems, der sie nun durchfuhr. Gleichzeitig bewegte sich ihre linke, ungelähmte Hand zitternd, wie von Marionettenfäden gelenkt, auf der Bettdecke hin und her. Schließlich spannte sich ihr ganzer Körper an, als hätte jemand ihr einen elektrischen Schlag versetzt.
Als er endgültig in den Kissen versank, war es nur noch ein Stück Fleisch, dem eine Laune der Natur eine menschliche Form verliehen hatte. Es war nichts weiter als eine Deutungskonvention, die mich die klaffende Wunde ihres Mundes als Widerhall des Entsetzens wahrnehmen ließ, das sie in der letzten Sekunde ihres Lebens gepackt haben musste.
Lange verharrte ich regungslos an der Schwelle der Kammer, in der sich der beißende Geruch der Reinigungsmittel mit den süßlichen Ausdünstungen des Todes vermischte. Dann ging ich mechanisch auf Tante Lissy zu und griff unter ihr Kopfkissen, unter dem sie, wie ich wusste, immer ihr Portemonnaie aufhob. Dieses nahm ich an mich und ging fort, ohne jemandem ein Wort zu sagen.
Den restlichen Tag über trieb ich mich in der Stadt herum und gab das wenige Geld aus, das Tante Lissy bei sich gehabt hatte. Als ich spätabends nach Hause kam, war meine Mutter schon in heller Aufregung.
Natürlich war sie mittlerweile von dem Tod Tante Lissys benachrichtigt worden. Dabei hatte man ihr auch mitgeteilt, dass ich in ihrer letzten Stunde bei ihr gewesen sei. Wahrscheinlich hatte die Stationsschwester die Tasche mit den Lebensmitteln und den Zeitschriften, die ich wie eine Opfergabe neben ihrem Bett abgestellt hatte, bei ihr gefunden.
Nach dem Portemonnaie fragte mich meine Mutter erst viel später. Nie wieder habe ich sie so entsetzt gesehen wie in dem Moment, in dem ich ihr gestand, dass ich es an mich genommen hatte. Seitdem hielt sie mich für gefühlskalt. Vielleicht hatte sie ja noch nicht einmal Unrecht damit – auch wenn ich denke, dass ich in dem Augenblick einfach etwas von Tante Lissy haben wollte, das so war wie immer und in dem sie weiterleben würde wie bisher.

Statt eines Kommentars erhalte ich dieses Mal von George eine Art von Ermahnung, die ich nicht recht einordnen kann:

Wer sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet, dann aber weggeht und vergisst, wie er aussieht, der hat sich in Wahrheit gar nicht gesehen. Ebenso begeht der, der die Worte seiner Seele nur hört, um sie wieder zu vergessen, Betrug an sich selbst. Wer aber die Worte nicht nur hört, sondern danach handelt, der vertieft sich in das vollkommene Gesetz der Freiheit. Wenn er an ihm festhält, wird er alles Schmutzige und Böse ablegen können und durch sein Tun selig sein.“

Bibelzitate:
Meditationsthema: Psalm 88 (Ps 88,15-18);
Georges Entgegnung: Brief des Jakobus (Jak 1,22-25)

English Version

Grassroots Meditations/3

Wednesday, October 4

What a gloomy evening of meditation that was last night! How could George only choose such a meditation theme? So close to our decisive mission, she should definitely have been a bit more sensitive in her choice. I would have been quite thankful for some kind of emotional support – even if only in the form of a somehow encouraging, optimistic meditation.
Instead, the exact opposite happened. The Grassroots Meditation was like a slow-acting poison that crept insidiously into my thoughts and covered everything with a dark veil.

Darkness is my only confidant left.“

The theme of the meditation read as follows:

I am wretched and sick to death from my early youth,
your horrors weigh upon me and I am tormented.
You have alienated my friends and companions from me;
darkness is my only confidant left.“

The words sank into me like a stone hitting a deep sea. They stirred up something in me against which I felt a strong aversion.
My first impulse was to get up and leave the room. But I could not escape the concentration around me and the strained gaze of my fellow meditators in the mirror of their own thoughts. So I finally surrendered and faced the images rising in me.
As soon as I gave up my resistance to the words, a face gradually emerged from them: the face of Aunt Lissy. I must have been about 16 when my mother asked me to take her off her aunt’s hospital visit. She herself had to look after my younger sister, who was in bed with a feverish cold.
It sounded like an easy task. I was supposed to bring my aunt a few magazines and some fruit, as well as two bags of cashews, which she absolutely loved to eat.

„Maybe you can cheer Aunt Lissy up a bit,“ my mother had instructed me before I left. „She’s always been in such a gloomy mood lately on my visits.“
Actually, „‚Auntie“ Lissy wasn’t my aunt at all, but just one of those distant elderly relatives for whom there’s no other suitable word for the ties that bind you to them. She must have been around 80 at the time and was exactly what you call a „sprightly pensioner“. She loved to travel and did not even shy away from more arduous adventures.
If I remember correctly, her last big trip was just a few months ago at that time: a bus trip of several days on which she had explored the Greek islands in the middle of high summer. Shortly afterwards, she suddenly had a terrible headache one morning. She had to lie down, but then could not get up under her own power anymore and only speak with difficulty.
The diagnosis – stroke! – was all the more devastating because Aunt Lissy lived alone. When she was finally able to drag herself to the phone and call the emergency doctor, it was already too late for most of the palliative measures.
So her life force slowly faded away: From the hospital she went to the rehabilitation clinic, where she learned to speak again provisionally and to move at least within her room on crutches. But no sooner had she been discharged from the rehab than she suffered another stroke. So she ended up in hospital again. When my mother sent me to see her, she had already been there for more than two weeks.
Personally, I didn’t have a close relationship with Aunt Lissy. I think she was something like a second cousin of my grandmother. Since she didn’t have any children of her own, she had helped the latter raise the children for a while. That’s also where the connection to my mother came from, for whom Aunt Lissy was a kind of second mother.
For me, Aunt Lissy was first and foremost a convenient source of money, whose drying up I had already painfully noticed. My visit to the hospital was therefore also connected with the firm intention of gently drawing her attention to my difficult financial situation.
But when I arrived at the ward where Aunt Lissy was accommodated, I found her bed deserted. As the other woman in the room was asleep, I wanted to ask the ward sister where Aunt Lissy had been transferred to.
As soon as I stepped out into the corridor, however, I heard a shout from somewhere, in which I clearly recognised Aunt Lissy’s slurred voice, marked by the stroke. „Mama!“ she cried, „Help me, Mama, help me!“
I was magically drawn to the voice that continued to call for help and for „Mama“ in a throaty singsong, sometimes growing louder, sometimes softer. As if in a trance, I went in the direction from which the voice was coming.
I found Aunt Lissy in a narrow room at the end of the corridor, a chamber filled by the sickbed almost in its entire width and length. On either side of the bed were cleaning utensils of all kinds: scrubbers, mops, vacuum cleaners and various types of brooms and brushes. On the walls I saw double-rowed shelves stacked with sponges, rags and various cleaning products.
When Aunt Lissy saw me, she let out a cry of horror and shouted in her fuzzy, stroke-ravaged voice: „No! I don’t want to go with you! Leave me alone! Leave me alone!“
I tried to calm her down: „But Aunt Lissy! It’s me – your little boy!“ That’s what she sometimes called me during her visits.
Only later did I remember the wailing women she had seen – as she had told us, shuddering – in a village cemetery during her visit to Greece. Since I was wearing my grey-black rain jacket that day, it is quite possible that she saw one of these traditional mourners in me.
My voice didn’t seem to get through to Aunt Lissy. She kept murmuring: „I don’t want to go with you, leave me alone, let go of me, let go …“
She stammered more than she spoke, so that I could understand her only with difficulty. The consonants she almost didn’t pronounce at all, which made her words sound like one long drawn-out lament.
After first half-raising herself in bed to ward off the wailers, Aunt Lissy sank back powerlessly into her large pillow. Like quicksand, the soft mass absorbed her head.
For a while she stared wide-eyed at the ceiling, from where a dull bulb shone on her sunken face. Then she closed her eyes, as if to sleep, but immediately opened them again, while her lips twisted into a strained murmur: „The priest … I must … I must … Mama, help me! Mama …“
I remembered that Aunt Lissy was said to be religious. Glad for the pretext to leave the chamber, I wanted to make my way to the ward nurse so as to discuss the matter with her. Just then, Aunt Lissy suddenly let out a strangled gasp. I winced and turned around to look at her.
I gazed spellbound at her head sunk back into the pillow, at her half-open mouth, from which her tongue emerged like a fish floating lifelessly on the surface of the water. Her upper body was literally pressed into the bed by the vehemence of the intermittent breathing that now passed through her. At the same time, her left, unparalysed hand moved back and forth on the bedspread, trembling as if guided by puppet strings. Finally, her whole body tensed as if someone had given her an electric shock.
When her body disappeared irretrievably into the pillows, it was just a piece of flesh to which a whim of nature had given a human shape. It was nothing more than an interpretive convention that made me perceive the gaping wound of her mouth as an echo of the horror that must have gripped her in the last second of her life.
For a long time I remained motionless at the threshold of the chamber, where the acrid smell of the cleaning agents mingled with the sweetish exhalations of death. Then I mechanically approached Aunt Lissy and reached under her pillow, where she always kept her purse. I stowed it in my jacket and left without saying a word to anyone.
The rest of the day I just roamed around, spending the little money that Aunt Lissy had kept in her purse. When I got home late in the evening, my mother was already in great excitement.
Of course, she had been notified of Aunt Lissy’s death in the meantime – and she knew that I had been with her during her last hour. Probably the ward nurse had found the bag with the food and the magazines, which I had placed next to her bed like a sacrificial offering.
My mother did not ask me about the purse until much later. Never again have I seen her so horrified as the moment I confessed to her that I had taken it. Since then, she thought I was emotionally cold. Maybe she wasn’t even wrong about that – even though I think I just wanted to have something from Aunt Lissy in which she would continue to live as before.

This time, instead of a comment, I receive a kind of admonition from George that doesn’t really make sense to me:

Those who look at their own face in the mirror, but then go away and forget what they look like, have in truth not seen themselves at all. Likewise, those who hear the words of their soul only to forget them again commit fraud against themselves. But those who not only hear the words, but act according to them, immerse themselves in the perfect law of freedom. If they hold fast to it, they will get rid of all filthiness and evil and be blessed by their actions.“

Bible quotations:

Meditation theme: Psalm 88 (Psalm 88:15-18); different English versions on biblehub.com;

George’s response: Book of James (James 1:22-25); different English versions on biblehub.com

Bilder / Images: Foundry: Krankenhausflur / Hallway in a hospital (Pixabay); Ryan McGuire: Krankenhaus / Hospital (Pixabay)

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