Der Hofstaat des Todes / The Retinue of Death

Zacharias Mbizo: Glücklose Heimkehr / Luckless Homecoming

Im Glauben, den Schlüssel für die Lösung seines Falles nur bei Dr. France finden zu können, begibt Achmet sich noch einmal in dessen Büro. Dort erlebt er eine Überraschung.

English Version

Hörfassung:

Ich war eigentlich nicht davon ausgegangen, meine Recherchen bei Visions for Humanity unverzüglich wieder aufnehmen zu können. Schließlich wusste ich ja, dass das Geschehen bei Tage von innerweltlichen Gesetzmäßigkeiten bestimmt wurde, von denen ich radikal ausgeschlossen war.
Ich hoffte jedoch, Dr. France noch einmal ein wenig bei der Arbeit über die Schulter schauen zu können, um so vielleicht nützliche Hinweise für meine weitere Vorgehensweise zu erhalten. Zwar bestand für mich kein Zweifel mehr daran, dass die Spur des Giftes, das nun schon fünf Menschen das Leben gekostet hatte, zu dem skrupellosen Gehirnsezierer führte. Wie ich dem Tun dieses Mörders im Dienst der Wissenschaft Einhalt gebieten sollte, war mir aber noch immer unklar.
Zu meiner Überraschung war niemand zu sehen, als ich das schmucklose Gebäude erreichte. Der Parkplatz war leer, die Pforte unbesetzt, nirgends tauchte hinter den Scheiben ein Kopf hinter einem Computerbildschirm auf. Ich hatte wohl einen arbeitsfreien Tag erwischt.
Grabesstille – so hätte ich früher wohl die Stimmung beschrieben, die im Innern des Gebäudes herrschte. Jetzt aber kam mir diese Assoziation ganz unpassend vor. Denn „Grabesstille“ oder „Friedhofsruhe“ entstehen ja, wie schwer sie auch auf der Seele der Lebenden lasten mögen, immer durch die Anwesenheit von etwas – eben die Anwesenheit des Todes.
Der Ort, an dem ich mich aufhielt, zeichnete sich jedoch durch reine Abwesenheit aus – nämlich die Abwesenheit jener Form von Leben, für die er erschaffen worden war. So war die Leere, die mich dort umfing, von einer Trostlosigkeit, wie sie auch das größte Gräberfeld nicht hätte ausstrahlen können.
Für mich war die Situation natürlich von großem Vorteil – konnte ich so doch hoffen, nicht bis zum Abend mit meinen Recherchen warten zu müssen. Das Einzige, was mich jetzt noch daran hindern konnte, war das Forschungspensum von Dr. France. Bei seiner Arbeitswut war durchaus nicht auszuschließen, dass er auch einen Feiertag für seine Experimente nutzen würde.
Dieses Mal fühlte ich mich nicht von den Kellerräumen angezogen, sondern begab mich nach oben, dorthin, wo sich das Arbeitszimmer von Dr. France befand. Die Tür war halb geöffnet. In alte Gewohnheiten zurückfallend, verlangsamte ich meinen Schritt, schlich mich vorsichtig an den Raum an, lauschte kurz an der Tür und glitt dann, als von drinnen nichts zu hören war, ins Innere des Zimmers. Es schien niemand da zu sein.
Tatsächlich fand ich das Büro verlassen vor. Die Verlassenheit war jedoch von anderer Art, als ich erwartet hatte. Direkt mir gegenüber, hinter seinem breiten, von einem kreativen Chaos bedeckten Schreibtisch, saß Dr. France. Oder vielmehr: Er lag dort, fürsorglich in die stabile Rückenlage gebracht von seinem Schreibtischsessel, einem Zwillingsbruder des „Sinniersessels“, in dem ich einst an eben diesem Ort meine Unterschrift unter jenen verhängnisvollen Vertrag gesetzt hatte, der mich von meinem bisherigen Leben abgeschnitten hatte.
Ich stellte mir vor, wie der Körper des großen Experimentators, unterstützt von seinem Sesselsklaven, vielleicht zuerst blitzartig nach vorne geschnellt war; wie die Rückenlehne seines servilen Dieners sich als schützender Arm an seine Schultern geschmiegt hatte; wie der getreue Knappe den zuckenden Leib sanft aufgefangen hatte, als dieser unvermittelt nach hinten weggesackt war; wie er auch dann noch vornehm geschwiegen, nur vielleicht kurz aufgeseufzt hatte, als sein Herr sich noch fester gegen ihn gepresst und seinen nach hinten wegrutschenden Kopf hilfesuchend an ihm abgestützt hatte; wie er schließlich in andächtiger Ruhe erstarrt war, als sich die Augen seines Herrn zu zwei blinden Spiegeln geweitet hatten und sein Mund in einer letzten, sprachlosen Frage erstarrt war, auf die es keine Antwort gab.
Ich war verwirrt. War ich etwa die ganze Zeit über einer falschen Fährte gefolgt? Hatte Dr. France nur von einer Mordserie profitiert, für die er gar keine Verantwortung trug? War er am Ende selbst das letzte Glied in einer Kette von Opfern, an deren Ermordung ihn keine Schuld traf? Musste ich den Täter eher unter den Feinden des selbst ernannten Visionärs suchen, eifersüchtigen Kollegen etwa, von denen es angesichts seines ausgeprägten Egos sicher nicht wenige gab?
Oder war Dr. France selbst vielleicht gar nicht vergiftet worden? Hatte ihn womöglich der Giftmordstress in den Herzinfarkt getrieben? War er durch den Druck der permanenten Täterschaft gewissermaßen sich selbst zum Opfer gefallen? Schließlich musste der Täter ja immer wieder neu den Alltag seiner Opfer auskundschaften, um den Giftanschlag optimal an deren Lebensgewohnheiten anpassen zu können.
Hinzu kam, dass die ständigen Morde für Dr. France auch mit immer neuen Nachtschichten einhergingen, da ja die Haltbarkeit der Leichen – und damit auch die Zeit, in der sie für Experimente zur Verfügung standen – begrenzt war. Nicht zu unterschätzen war zudem der psychische Druck, der sich aus der Frage ergab, wie bei einer späteren Publikation der Forschungsergebnisse die rasche Aufeinanderfolge der Todesfälle unter den Versuchspersonen erklärt werden sollte. Wenn es Dr. France nämlich nicht gelungen wäre, dies als zufälliges Zusammentreffen hinzustellen, wäre wohl alle Welt davon ausgegangen, dass sein Wundermittel über tödliche Nebenwirkungen verfügte.
Das Geräusch einer sich öffnenden Tür, gefolgt von näher kommenden Schritten, brachte meine Gedankenkaskaden mit einem Schlag zum Erliegen. Für einen Moment blitzte der Impuls in mir auf, mich zu verstecken. Dann aber verharrte ich doch, meiner Unsichtbarkeit für die Augen dieser Welt gewiss, ruhig neben dem toten Körper.
Wenige Sekunden später stieß eine Hand mit blutroten Fingernägeln die Tür auf. Wie sich herausstellte, gehörte sie zu der Empfangsdame von Dr. France, die mir damals den Weg zu dessen Arbeitszimmer gewiesen hatte. Vielleicht hatte sie nur etwas im Büro vergessen, vielleicht hatte ihr Chef sie auch extra einbestellt, um ihm bei seinen Überstunden zu assistieren oder ihm diese mit gewissen Nebentätigkeiten zu versüßen.
Ich sah, wie der Mund der Dame sich zu einem erstickten Schrei öffnete und wie sie dann eine Hand vor die Lippen presste, als wollte sie verhindern, dass der in dem Zimmer ausströmende Todeshauch in sie eindrang. Sie trat einen Schritt auf ihren indisponierten Dienstherrn zu, wich dann aber, als sie in dessen gesichtsloses Gesicht blickte, zitternd vor ihm zurück und eilte ins Nebenzimmer.
Erst dort tat sie, was sie ebenso gut in Anwesenheit des Abwesenden hätte tun können: Sie stürzte sich in eine wahre Telefonorgie, rief Rettungswagen, Notarzt und Polizei herbei, forderte die Unterstützung von Feuerwehr, Bergwacht und Katastrophenschutz an, um nur ja nicht mit sich selbst und dem entsetzlichen Etwas hinter der Wand allein sein zu müssen. Ihre sich überschlagende Stimme klang, als wollte sie mit ihrer Energie den frühzeitig Abberufenen ins Leben zurückrufen.
Erst als sie die Liste der Verwandten, Freunde und Bekannten abzutelefonieren begann, ging ihre Stimme in ein tränenersticktes Lamento über. Es war nicht ganz klar, ob sie damit eher den Verlust ihres Chefs oder den ihres Arbeitsplatzes beklagte, der wohl zwangsläufig mit jenem einhergehen würde.
Kurz darauf verwandelte sich das Büro von Dr. France in eine Bühne für den Hofstaat des Todes. Todesbekämpfer traten auf und gestanden mit ritterlicher Geste ihre Niederlage ein. Todesbegutachter nahmen mit Kennermiene das Werk des dunklen Meisters in Augenschein. Todesverhinderer versuchten an dem leblosen Körper Strategien ihres Gegners abzulesen, um präventiv gegen ihn vorgehen zu können.
Sogar Todesbeklagerinnen traten in Erscheinung, die sich weinend über den servilen Sessel und seine Fracht beugten und so bezeugten, dass der teure Verblichene doch nicht nur in seine Arbeit verliebt gewesen war. Ihnen folgten, als krönender Schlussakkord, noch die Erntehelfer des Todes. In ehrfurchtsvollem Schweigen betteten sie die erstarrte Frucht in ihre Beutetruhe.
Für den Chor der Todesexperten war es nicht schwer, eine gemeinsame Tonlage zu finden. „Tod durch Überarbeitung“ – das war der Grundton, um den sich ihr Gesang gruppierte.
„Der wäre mal besser zum Frühschoppen statt ins Büro gegangen“, hörte ich einen Experten zu einem anderen sagen.
„Du, da wär‘ ich jetzt auch lieber“, stimmte der andere ihm zu.
„Übrigens – kommst du heute Abend zum Public Viewing?“ fragte ihn sein Kollege.
„Na klar – ich muss Euch doch verlieren sehen!“ war die frotzelnde Antwort.
Obwohl sich alle in der Bewertung des Falles einig waren, ließen die Todesspezialisten sich doch viel Zeit bei ihrer Arbeit. Es war ja eigentlich ein freier Tag, da ging man die Sache – schon wegen der Feiertagszulage – etwas entspannter an. Fast schien es auch, als wollten die Bürokraten des Todes ihren unberechenbaren Mit- und Gegenspieler dezent darauf hinweisen, dass auch er sich gefälligst an die Feiertagsruhe zu halten hätte.
Ich suchte mir eine abseits gelegene Stelle, wo ich mich besser vor dem Schlendern und Schauen und Schwatzen der Experten zurückziehen konnte. Auf die Dauer empfand ich es doch als lästig, wenn man ständig durch mich hindurchgriff und -schritt. So wartete ich einfach ab, bis der ganze Spuk vorbei war, und erduldete das Treiben wie einen heftigen, aber unvermeidlichen Wolkenbruch.
Früher wäre es mir kaum möglich gewesen, einen ganzen Tag mit Warten zuzubringen. Weil mein ganzes Denken auf den einen kleinen Ereignispunkt am Horizont ausgerichtet gewesen war, dem mein Warten galt, hatte sich jede Minute zur Ewigkeit geweitet. Jetzt aber war es für mich völlig gleichgültig, ob ich eine Sekunde, eine Minute oder eine Stunde warten musste. Eben weil ich keine Zeit mehr hatte, spielte die Zeit keine Rolle mehr für mich. Jede Minute war wie eine Ewigkeit, jede Ewigkeit wie eine Minute.
Abgesehen davon, wurde mir auch immer deutlicher, dass das, was nun noch zu klären war, im Grunde gar nichts mehr mit mir zu tun hatte. Die einzige Frage, die für mich wirklich von Belang war – ob die Dynamik des Weltgeschehens durch meinen unvorhergesehenen Tod beeinflusst oder gar zum Stillstand gebracht worden war – hatte sich ja im Grunde schon vor meiner Rückkehr in die Welt erledigt.
Die jetzt noch offenen Fragen – wer die Giftmorde begangen hatte, aus welchen Motiven heraus und mit welchen Konsequenzen für ihn und andere – waren nur in einem innerweltlichen Denk- und Ereignishorizont von Interesse. Für mich hingegen, der ich längst in einer ganz anderen Welt Wurzeln geschlagen hatte, hatten Kategorien wie Schuld und Sühne, Rache und Vergeltung, Bestrafung und Vergebung keinerlei Bedeutung mehr.

English Version

The Retinue of Death

Convinced that the key to solving his case can only be found in Dr. France’s office, Ahmet goes to see the ominous researcher once more. There he experiences a surprise.

Actually, I did not expect that I could resume my inquiries in the premises of Visions for Humanity immediately. After all, I knew that what happened during the day was determined by inner-worldly laws from which I was radically excluded.
I hoped, however, that I could once again look over Dr. France’s shoulder while he was working, and perhaps get some useful hints for my further course of action. There was no longer any doubt in my mind that the trail of the poison, which had already cost the lives of five people, led to the ruthless brain dissector. But how I was to stop the actions of this murderer in the name of science was still unclear to me.
To my surprise, there was no one to be seen when I reached the austere building. The car park was empty, no one was sitting at the gate, nowhere did a head appear from behind a computer screen. I must have arrived on a non-working day.
Sepulchral silence – that’s how I would have described the atmosphere that prevailed inside the building in the past. Now, however, this association seemed quite inappropriate to me. After all, „graveside silence“, however heavy it may weigh on the soul of the living, is always caused by the presence of something – the presence of death.
The place I was in, by contrast, was characterised by pure absence – namely, the absence of the form of life for which it had been created. Thus the emptiness that surrounded me there exuded a desolation that even the largest burial ground could not have radiated.
For me, of course, the situation was quite advantageous. After all, it meant that I probably wouldn’t have to wait until the evening to start my investigations. The only thing that could stop me now was Dr. France’s research schedule. Given his work mania, it could not be ruled out that he would also use a holiday for his experiments.
This time I was not attracted by the basement rooms, but went upstairs to where Dr. France’s office was located. The door was half open. Falling back into old habits, I slowed my pace, cautiously crept up to the room, listened briefly at the door and then, when nothing could be heard from inside, slipped into the office. There seemed to be no one around.
Indeed, I found the office deserted – but in a different way from what I had expected. Directly opposite me, behind his broad desk buried under a creative chaos, sat Dr. France. Or rather: he was lying there, carefully placed in a stable supine position by his desk chair, a twin brother of the „musing chair“ in which I had once, in this very place, put my signature to that fateful contract that had cut me off from my previous life.
I imagined how the body of the great experimenter, supported by his armchair slave, had perhaps first shot forward in a flash; how the backrest of his servant had nestled against his shoulders like a protective arm; how the faithful varlet had gently held the twitching body when it had abruptly slumped backwards; how he had remained gracefully silent even then, only perhaps sighing briefly when his master had pressed himself even more firmly against him and leaned his head against him in search of help; how he had finally frozen in reverent stillness when his master’s eyes had widened into two blind mirrors and his mouth had frozen in a final, speechless question to which there was no answer.
I was confused. Had I been following a wrong trail all this time? Had Dr. France only profited from a series of murders for which he bore no responsibility? Was he himself the last link in a chain of victims whose demise was not his fault? Did I have to look for the perpetrator among the enemies of the self-proclaimed visionary, such as jealous colleagues, of whom there were certainly quite a few in view of his pronounced ego?
Or had Dr. France himself perhaps not been poisoned? Had the stress of poisoning others driven him to a heart attack? Had he, in a sense, fallen victim to himself through the pressure of permanent perpetration? After all, the perpetrator had to meticulously scout out the everyday life of his victims so that he could optimally adapt the poison attack to their habits.
In addition, the constant murders meant that Dr. France had to work more and more night shifts, since the shelf life of the corpses – and thus the time in which they were available for experiments – was limited. Last but not least, there was the psychological pressure resulting from the question of how the rapid succession of deaths among the test subjects was to be explained in a later publication of the research results. If this could not be proven to be a coincidence, the whole world would have assumed that his wonder drug had fatal side effects.
The sound of a door opening, followed by approaching footsteps, brought my cascades of thoughts to a sudden halt. For a moment, the impulse to hide flashed through me. But then, recalling my invisibility to the eyes of the world, I remained motionless beside the dead body.
A few seconds later, a hand with blood-red fingernails pushed open the door. As it turned out, it belonged to Dr. France’s outer office lady, who had shown me the way to his room back then. Maybe she had forgotten something in the office, maybe her boss had asked her to assist him or to sweeten his work with a special kind of extra service.
I saw the lady’s mouth open into a strangled scream and then press a hand in front of her lips as if to prevent the breath of death floating in the room from penetrating her. She took a step towards her indisposed boss, but then, when she looked into his faceless face, tremblingly backed away from him and hurried into the adjoining room.
Only there did she do what she could just as well have done in the presence of the one who wasn’t present anymore: She threw herself into a veritable orgy of telephone calls, summoned ambulances, emergency doctors and police, called for the support of the fire brigade, mountain rescue and disaster control, just to keep herself from staying alone with the horrible thing behind the wall. Her hoarse, frantic voice almost sounded as if she wanted to use her energy to call the prematurely deceased back to life.
Only when she began to call the relatives, friends and acquaintances of the dearly departed did her voice turn into a tearful lament. It was not quite clear, though, whether she was lamenting the loss of her boss or the loss of her job, which would inevitably be a consequence of the deplorable incident.
Shortly afterwards, Dr. France’s office was transformed into a stage for the retinue of Death. Fighters against Death appeared and conceded their defeat with chivalrous gestures. Death assessors inspected the work of the dark master with an expression of connoisseurship. Death-preventers tried to read their opponent’s strategies from the lifeless body so as to take preventive action against him in the future.
Even women lamenting Death appeared and bended over the servile armchair and its load in despair, thus testifying that the late researcher had not only been in love with his work. They were followed, as a crowning final chord, by the harvesters of death. In reverent silence, they placed the congealed fruit in their booty chest.
It was not difficult for the chorus of death experts to find a common tone. „Death by overwork“ – that was the keynote on which their chant was based.
„This guy should have gone to the morning pint rather than to the office,“ I heard one expert say to another.
„To be honest, I’d prefer to be there too,“ the other agreed with him.
„By the way – shall we meet tonight to watch the football match?“, his colleague asked him.
„Of course – I don’t want to miss seeing you lose!“ was the teasing reply.
Although they all agreed on the assessment of the case, the death specialists took their time with their work. It was actually a day off, so no one wanted to get into a hectic rush. It almost seemed as if these bureaucrats of death wanted to discreetly point out to their unpredictable fellow player and adversary that he, too, would have to respect the holiday.
I looked for a place out of the way where I could better retreat from the strolling and looking and chattering of the experts. In the long run, I found it annoying to have people constantly reaching and stepping through me. So I just waited until the hustle and bustle was over and endured the goings-on like a heavy but unavoidable downpour.
In the past, it would hardly have been possible for me to spend a whole day waiting. Since in such situations, my whole mind had been focused on the one small event I was waiting for, every minute had stretched into eternity. But now it made no difference to me whether I had to wait a second, a minute or an hour. Precisely because I had no more time, time no longer mattered to me. Every minute was like an eternity, every eternity like a minute.
Apart from that, it also became increasingly clear to me that the questions that still had to be solved now basically had nothing to do with me. The only question that really mattered to me – whether the dynamics of world events had been influenced or even brought to a standstill by my sudden death – had basically already been settled before my return to the world.
The questions that were still open now – who had committed the poison murders, what were the motives and what consequences resulted from all this – were only of interest in an inner-worldly context. For me, however, who had already taken root in a completely different world, categories like guilt and atonement, revenge and retribution, punishment and forgiveness no longer had any meaning.

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Bilder / Images: Jakob von Will (1586 – 1619): Totentanz / Dance of Death (Danse macabre), Wikimedia Commons; Johannes Josephus Aarts (1871 – 1934): Der Tod, einen Buchleser erdrückend / Death crushing a book reader (Wikimedia Commons)

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