Hummelflug

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Auf einem Gewitterwind reitest du mitten hinein in die gelbe Wolke des Rapses. Der Duftteppich nimmt dich in sich auf, du bist eine Hummel, eng schmiegst du dich an eine Blüte und saugst aus ihr den bittersüßen Nektar der ewigen Wiederkehr.

So versunken bist du in dein Tun, dass du gar nicht merkst, wie der Himmel sich verdüstert, wie er zu einer schwarzen Wand erstarrt, die schließlich als blitzende Schafottklinge vor dir niederzuckt.

Für die Dauer eines Flügelzitterns fällst du aus der Zeit, und du erkennst: Die Tore des Sommers sind weit geöffnet, schon hörst du das Sirren der Sense in der flirrenden Luft, die Rapssonne wird von einer dunklen Scheune verschluckt, und die Nebelbraut hüllt das nackte Feld in ihr Trostgewand.

Als du dich von deiner Blüte löst und der Gewitterwind dich fortträgt, locken die wogenden Arme des Rapses dich von Neuem in ihre Mitte. Sein würziger Atem durchdringt deine Haut, sein Leuchten tränkt deinen Blick.

Aber kannst du dir sicher sein, dass dies derselbe Raps ist, an dem du vor deinem Sturz aus der Zeit genascht hast? Woher willst du wissen, dass der Augenblick ohne Dauer, das Loch in der Zeit, dich nicht in eine ferne Zukunft hat stürzen lassen, die nur zufällig der Gegenwart ähnelt, aus der du herausgefallen bist?

Und bist du selbst denn noch dasselbe Wesen, das du warst, bevor das Zeitbeben dich erfasst hat? Oder lebst du nur fort in der flüchtigen, halb unbewussten Erinnerung eines anderen, den der Strudel der Zeit zurückgetragen hat in den Augenblick, in dem er dich aus sich herausgeschleudert hat?

Auf einem Gewitterwind reitest du mitten hinein in die gelbe Wolke des Rapses. Der Duftteppich nimmt dich in sich auf, du bist eine Hummel, eng schmiegst du dich an eine Blüte und saugst aus ihr den bittersüßen Nektar der ewigen Wiederkehr.

So versunken bist du in dein Tun, dass du gar nicht merkst, wie der Himmel sich verdüstert, wie er zu einer schwarzen Wand erstarrt, die schließlich als blitzende Schafottklinge vor dir niederzuckt.

Für die Dauer eines Flügelzitterns fällst du aus der Zeit, und du erkennst: Die Tore des Sommers sind weit geöffnet, schon hörst du das Sirren der Sense in der flirrenden Luft, die Rapssonne wird von einer dunklen Scheune verschluckt, und die Nebelbraut hüllt das nackte Feld in ihr Trostgewand.

Als du dich von deiner Blüte löst und der Gewitterwind dich fortträgt, locken die wogenden Arme des Rapses dich von Neuem in ihre Mitte. Sein würziger Atem durchdringt deine Haut, sein Leuchten tränkt deinen Blick.

Aber kannst du dir sicher sein, dass dies derselbe Raps ist, an dem du vor deinem Sturz aus der Zeit genascht hast? Woher willst du wissen, dass der Augenblick ohne Dauer, das Loch in der Zeit, dich nicht in eine ferne Zukunft hat stürzen lassen, die nur zufällig der Gegenwart ähnelt, aus der du herausgefallen bist?

Und bist du selbst denn noch dasselbe Wesen, das du warst, bevor das Zeitbeben dich erfasst hat? Oder lebst du nur fort in der flüchtigen, halb unbewussten Erinnerung eines anderen, den der Strudel der Zeit zurückgetragen hat in den Augenblick, in dem er dich aus sich herausgeschleudert hat?

 

Bild: kyphilosopher. pixabay: Yellow

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